Erstellt am 03. Juli 2013, 00:00

Sind Freikarten passé?. Festspiele / Politik und Landesbetriebe halten in der Festivalsaison strenge Regeln ein und zahlen Premierenkarten großteils selbst.

Erste Reihe fußfrei bei der Premiere: Politiker zahlen für ihre Festspielkarten, heißt es aus den Regierungsbüros.BVZ  |  NOEN

Sommerzeit, Festspielzeit – und prominent besetzte erste Reihen von Nord bis Süd. Anlässlich der Premieren in St. Margarethen, Mörbisch und Co. hörte sich die BVZ im Land um, wie genau man es mit dem sogenannten Compliance-Kodex nimmt.

In der Regierung und den landesnahen Unternehmen wird auf die Einhaltung der Richtlinien demnach großer Wert gelegt. Zwar fällt ein Festspielticket in der Regel unter die Grenze von 100 Euro, doch aus den Regierungsbüros lautet die Antwort: „Karten werden selbst bezahlt.“ Das gelte ebenso für die Einladung von (prominenten) Gästen und Familienmitgliedern, die zur Vorstellung mitgenommen werden. Ausnahmen gibt es aber doch – wenn ein Regierungsmitglied Veranstaltungen als Repräsentant des Landes besucht oder im jeweiligen Festspiel-Präsidium sitzt und damit „quasi Mitveranstalter“ ist.

So wie der Verhaltenskodex laut Landesamtsdirektion die Richtlinien für Beamte und Vertragsbedienstete vorschreibt, ist die „Geschenkannahme“ auch in den landesnahen Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen eindeutig geregelt. „Um absolute Transparenz zu gewährleisten, werden alle Einladungen zentral gespeichert – sowohl jene, die wir aussprechen, als auch Einladungen an uns“, heißt es auf BVZ-Anfrage etwa aus der Energie Burgenland.

Grundsätzlich gilt: Alle Einladungen sind mit dem Vorgesetzten abzuklären. Annahmen sind nur möglich, wenn der Gegenwert unter besagten 100 Euro liegt. Gästen des Unternehmens wird zudem die Möglichkeit gegeben, die Kosten für eine Einladung selbst zu tragen.

Karte kommt per Post … inklusive Erlagschein 

Dass es auch die Gegenseite genau nimmt, betont man bei den beiden größten Festivals des Landes, den Seefestspielen Mörbisch und den Opernfestspielen St. Margarethen, die kommende Woche Premiere feiern. Eingeladen wird von der Bundesregierung abwärts: „Die Karten werden per Post zugestellt und ein Erlagschein wird beigelegt.“

Die Schloss-Spiele Kobersdorf sind bereits in die Saison gestartet. Hier hat Geschäftsführer Wolfgang Kuzmits auch seine Eltern eingeladen – und die Karten selbst bezahlt.