Erstellt am 20. März 2013, 12:51

Sonderschau über Haydn und Beethoven in Eisenstadt. 25 Jahre Internationale Haydntage, 25 Jahre Haydn-Pflege in Eisenstadt - diese beiden Jubiläen regieren heuer die burgenländische Landeshauptstadt und bieten zugleich Anlass für eine Sonderschau.

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Haydn und Beethoven erklingen nicht nur bei den Haydntagen im September, die zwei "Musikgiganten" treffen einander auch im Haydn-Haus. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf der gemeinsamen Zeit der Komponisten, teilte heute, Mittwoch, Kuratorin Theresia Gabriel bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt mit: "Von ihrem ersten Treffen in Bonn bis Joseph Haydn zu seiner zweiten Londoner Reise 1794 aufbricht." Die Zeit des gemeinsamen Studierens und Arbeitens der beiden sei sehr intensiv gewesen.

"Es war einerseits eine große Begeisterung, eine gegenseitige Begeisterung, eine gegenseitige Bewunderung. Es war aber auch eine ambivalente Zeit", so die Kuratorin. Beethoven soll etwas enttäuscht gewesen sein von seinem Vorbild. Denn Haydn habe seiner Ansicht nach das Studium etwas oberflächlich betrieben. "Die Inspiration ist in Beethovens frühen Werken noch sehr deutlich zu spüren, er entfernt sich aber dann immer mehr von seinem großen Vorbild und erlangt seine Eigenständigkeit."

In der Sonderausstellung werden zahlreiche teils autographe Leihgaben wie Beethovens Studien bei Haydn und Albrechtsberger im Kontrapunkt sowie die Abschrift des Finales von Haydns Londoner Sinfonie op. 99 gezeigt. Die Leihgaben stammen unter anderem von der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, dem Beethoven-Haus Bonn, der Musiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek und "Liechtenstein. The Princely Collections".

Aus der gemeinsamen Zeit gibt es in der Schau "sehr viele Höhepunkte zu sehen und zu hören", sagte Kulturlandesrat Helmut Bieler (S). Erklingen werden etwa Einspieler des Geigenvirtuosen David Garrett, aber auch von "Haydn-Spezialist" Adam Fischer und seiner Österreichisch-Ungarischen Haydn Philharmonie. Außerdem informiert Salzburgs neuer "Jedermann" Cornelius Obonya die Besucher. Er ist der Sprecher des Audioguide. Weiters werden in Guckkästen Orte abgebildet, ein multimediales Bilderbuch stellt die beiden Protagonisten und ihre Weggefährten und Förderer dar.

Die Ausstellung läuft ab 22. März bis 11. November. Für Kinder gibt es ein eigene Führung, bei der sie ein Rätsel lösen müssen, verriet die Kuratorin. Am 11. September findet - bereits in der Jubiläumsausgabe der Internationalen Haydntage - ein Künstlergespräch mit Adam Fischer statt.