Erstellt am 17. Juli 2013, 00:00

Spaziergänger. Von Carina Ganster BEZIRK JENNERSDORF / Um nur einige Stationen von jOPERA Intendant Dietmar Kerschbaum aufzuzählen: Salzburger Festspiele, Volksoper Wien und die Metropolitan Opera in New York  – der Tenor vom Land ist kein Unbekannter in den größten Opernhäusern der Welt.

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Auch in seinem Heimatort Grieselstein kennt den Sänger jeder, privat jedoch nicht so ganz. Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Opernfestspiele jOPERA lud Dietmar Kerschbaum die BVZ zu einem persönlichen Gespräch in seine Villa nach Grieselstein ein.

BVZ: Wie entstand die Idee, die Opernfestspiele jOPERA zu gründen?

Dietmar Kerschbaum: Das war in Berlin, in der Staatsoper „Unter den Linden“, wo ich engagiert war und wo ich mit einigen Kollegen nach einer Probe zusammengesessen bin, die alle auch so frustriert waren wie ich. Wir waren übersättigt vom Spielen in einem dunklen Theatersaal und da kam die Idee auf, dass es doch schön wäre, ein Festival zu machen, wo man sich auch als Interpret wirklich wohlfühlt.

BVZ: Wie kamen Sie auf die Wirkungsstätte im Schloss Tabor?

Kerschbaum: Ich bin damals mit dem Auto durch die Gegend gefahren und beim Schloss stehen geblieben. Als ich diesen Hof mit den Arkaden sah, ein Lied anstimmte, um die Akustik zu testen, wusste ich, hier, im Einklang mit der Natur, da soll das Festival stattfinden.

BVZ: Das hört sich nach Pionierarbeit an?

Kerschbaum: (lacht) Wir hatten am Anfang nichts außer ein Stück – die „Zauberflöte“ sollte es sein. Geschnorrt haben wir wie die Weltmeister. Wir haben 220 Plastikstühle aus den verschiedenen Gemeinden zusammen getragen, teilweise sind die dann umgefallen, weil sie so alt waren, aber das war eben der Beginn. Die Stimmung war wie im Wilden Westen, den Schauspielern und Zuschauern hat es gefallen.

BVZ: Sie holen große Namen nach Jennersdorf, wie gelingt das mit relativ wenig Budget?

Kerschbaum: Das ist für mich entscheidend: Wenn ich etwas mache, dann mit höchstem Anspruch. Es kann nur eines geben - Qualität, Qualität, Qualität. Ich habe viele Freundschaften in Sängerkreisen, die kommen gerne zu mir nach Jennersdorf, um etwas anderes zu erleben. Ich habe jOPERA immer dabei.

BVZ: Was erwartet die Besucher bei Hänsel und Gretel?

Kerschbaum: Es wird eine Aufführung, die jeden Besucher fesseln wird. Drei Stunden dem Alltag entfliehen und in eine romantische Welt eintauchen – ein Energietausch quasi. Gesanglich wird es eine Sensation, jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen und alles gut gehen.

Singen ist sein Leben. Auch zu Hause in Grieselstein lässt der jOPERA Intendant die Musik nicht aus den Händen. Gemeinsam mit Frau Renate und seinen Kindern steht „Musik machen“ ganz hoch im Kurs. Lexi