Erstellt am 10. Dezember 2013, 13:45

Spende zum Abschied. Das Julius Marhold ein „Macher mit Herz“ ist, hat er auch bei seinem Abschied aus der Geschäftswelt bewiesen: 28.000 Euro wurden für Rettet das Kind gesammelt.

Dank. »Aus Dankbarkeit über all das Gute, das mir in meinem Berufsleben zu teil wurde, möchte ich mein Geschenk an Menschen in der Region weitergeben«, erklärt Marhold (r.). Mit am Bild: Rudolf Könighofer, Marholds Nachfolger sowie Sabine Haindl, Walter Paulhart und Eva Horvath von Rettet das Kind.  |  NOEN
Im Herbst gab Julius Marhold nach über 30 Jahren die Leitung der Raiffeisenlandesbank ab. Als eines der vielen „Geschenke“ zeichnete ihn eine burgenländische Fachjury mit dem BVZ-Martini 2013 aus.
Nachdem er sich mehr oder weniger schon als Pensionist fühlte, war er bei der Überreichung rund um den heurigen Landesfeiertag umso mehr überrascht.
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Als ihn der Geschäftsführer des NÖ Pressehauses und erster Chefredakteur Prof. Harald Knabl und BVZ-Leiter Markus Stefanitsch darüber informierten, dass er von einer Fachjury mit dem „Martini 2013“ bedacht wurde, war er baff: „Ich wunderte mich schon, was ich für einen Fototermin mit der BVZ hätte… Damit hätte ich nicht gerechnet!“ Seit September gönnt er sich eine Stunde mehr Schlaf, erzählt er.

„Ehrfurcht vor der Tätigkeit bewahren“

Über 30 Jahre – die er an der Spitze von Raiffeisen war – stand er täglich um 5.45 Uhr auf – jetzt erst um 6.45 Uhr… Am meisten freut sich Marhold, dass er nun „Herr seiner Termine“ ist, die, wie er sagt, nun im Ruhestand „nun doch viel weniger geworden sind.“
In den 30 Jahren, die er für die Raiffeisen-Landesbank tätig war, erhöhten sich die Bilanzzahlen um das Achtfache.

Marhold ist nun „Herr seiner Termine“. Die neben ein paar Beratungstätigkeiten und viel Sport doch wesentlich weniger geworden sind. „Und es ist ein Unterschied, ob man sich am Sonntagabend Kreditakte durchsieht oder gemütlich hinsetzt und sich über die politischen Diskussionen im Fernsehen ärgert“, lacht der „Gummistiefelbanker“. Bei dem Ruf hat es ihm am Anfang – gibt er schmunzelnd zu – „ein bisschen das Gesicht verzogen, aber dann war ich stolz auf diesen Titel, weil er zeigt, dass wir mit dem Land verbunden sind. Und dass wir eine konservative Politik machen, die auf Dauer doch die nachhaltigere und sichere ist.“

"Ständiges Auf und Ab"

Rückschläge habe es dennoch gegeben. Marhold dazu: „Es war ein ständiges Auf und Ab, Gott sei Dank waren die Aufwärtsbewegungen wesentlich deutlicher. Man muss die Bescheidenheit und die Ehrfurcht vor der Tätigkeit bewahren. In dem Moment, wo man glaubt, dass man alles weiß und alles besser kann, beginnt der Abstieg.“