Erstellt am 20. August 2012, 14:46

Staat will Job-Barrieren für Behinderte wegräumen. Trotz zahlreicher Programme sind Behinderte am österreichischen Arbeitsmarkt noch nicht voll integriert und nicht gleichberechtigt.

 |  NOEN, www.BilderBox.com (www.BilderBox.com)

Dabei werden sie auch wegen der demografischen Entwicklung - Stichwort Überalterung der Gesellschaft - immer wichtiger für den Arbeitsmarkt. Bis 2016 nimmt das Sozialministerium für "integrative Maßnahmen" nun insgesamt 725 Mio. Euro in die Hand. "Firmen fürchten sich immer noch vor Minderleistungen von Behinderten, dabei ist die Gefahr gleich groß oder klein, wie bei nicht Behinderten", kritisierte Gregor Demblin, Mitgründer der (Online-)Jobinitiative für Menschen mit und ohne Einschränkung . Die vor drei Jahren gegründete Plattform - die erste in Europa auf der sich Behinderte und Nicht-Behinderte gleichberechtigt um Jobs bewerben können - bot bereits 3.000 Jobs an.

Sozialminister Hundstorfer wies mit Blick auf die demografischen Entwicklung darauf hin, künftig werde es für Unternehmen immer wichtiger, auf Arbeitskräfte mit Einschränkungen zurückzugreifen - Stichwort: Fachkräftemangel. "Da muss mehr hingeschaut werden", forderte der Minister. Alleine heuer fördert das Sozialministerium mit 160 Mio. Euro, verwendet um 10 Mio. mehr als 2011.

"Es wäre für die Wirtschaft verhängnisvoll, diese Potenziale nicht bestmöglich zu nutzen. Weiters geht es in der Gesamtsicht auch um das Pensionssystem", sagte Demblin.

Diese Sichtweise untermauerten sowohl AMS-Vorstand Johannes Kopf als auch Josef Kytir, Bevölkerungsfachmann bei der Statistik Austria. 2050 werden knapp 30 Prozent der Erwerbspersonen 50 Jahre oder älter sein, was mehr Beeinträchtigte auf den Arbeitsmarkt bedeute. Das Arbeitskräftepotenzial sinkt von aktuell 5,2 Mio. Personen auf 5,0 Mio. Das Arbeitskräftepotenzial sei, auch wenn weiterhin jährlich 30.000 Menschen nach Österreich einwandern, tendenziell sinkend.