Erstellt am 19. Oktober 2012, 15:02

Steuerrechtsexperte kritisiert Bauern-Besteuerung. Der Steuerrechtsprofessor Werner Doralt hat am Freitag im Ö1-Mittagsjournal die Regeln zu Besteuerung der heimischen Bauern massiv kritisiert.

Die Einkommenssteuerpauschale sei auch noch zu hoch, wenn Sie auf 75.000 Euro gesenkt wird, und damit "untragbar", so der Steuerrechtsexperte. Durch die Senkung ändere sich im wesentlichen "gar nichts". "Das ist auch in Zukunft eine Schweinerei." Die Einheitswerte, Bemessungrundlage für die Berechnung der Einkommenssteuer in der Land- und Forstwirtschaft, führten zu "massiven Steuerungerechtigkeiten". Derzeit fielen 97 Prozent der Landwirte in die Pauschalierung. "Das ist für eine Pauschalierung untragbar", so Doralt.

Darauf angesprochen, dass der damalige Finanzminister Pröll im Jahr 2010 die Pauschalierungsgrenze im Alleingang von 65.500 auf 100.000 Euro hinaufsetzte, sagte Doralt: "Ich habe damals mit dem zuständigen Sektionschef gesprochen und habe ihn gefragt, ob das nicht 'Amtsmissbrauch war. Er hat mir geantwortet, dass es selbstverständlich Amtsmissbrauch war."

Es gehe auch nicht um den kleinen Landwirt, betonte Doralt. "Es geht hier um jene Landwirte, die ganz offenkundig auch Funktionäre in den Kammern sind und dort ihren Einfluss haben."