Erstellt am 04. Dezember 2012, 09:16

Studenten wollen gegen Facebook vor Gericht ziehen. Facebook droht ein langwieriges Gerichtsverfahren in Europa: Die österreichische Studentengruppe "Europe-v-Facebook" will gegen die Internet-Kontaktplattform wegen des Vorwurfs von mangelndem Datenschutz vor Gericht ziehen, wie die Gruppe mitteilte.

"Das Verfahren könnte zu einem der größten Musterverfahren im Bereich Datenschutz werden", hieß es in der Mitteilung. Die Studentengruppe drängt seit längerem auf einen besseren Datenschutz für Facebook-Nutzer und hat bereits etliche Anzeigen gegen die Internetplattform eingebracht. Seither kümmert sich die zuständige Datenschutzbehörde in Irland um den Fall - dort hat die Europa-Tochter von Facebook ihren Sitz.

Zwar habe Facebook nun auf einige der Kritikpunkte reagiert und beispielsweise die Gesichtserkennung abgeschaltet, Daten gelöscht und die Datenschutzrichtlinie geändert, erklärten die Studenten. Dies sei jedoch nicht ausreichend. "Bei genauerer Untersuchung traten teilweise extreme Schlampereien hervor", teilten sie mit. Weil eine "rechtskonforme Lösung vor der irischen Datenschutzbehörde" derzeit nicht absehbar sei, bereite sich "Europe-v-Facebook" auf ein Gerichtsverfahren vor.

Offen ist aber noch, wie die Studenten die Klage finanzieren. Nach Einschätzung des Leiters der Initiative, Max Schrems, dürften die Studenten rund 100.000 Euro benötigen - die sie unter anderem über eine Spendenplattform im Internet einsammeln wollen.

Facebook hat indes die wohl letzte Nutzer-Abstimmung über wichtige Regeländerungen gestartet. Die mehr als eine Milliarde Nutzer haben nun eine Woche Zeit, unter anderem darüber zu entscheiden, ob solche Abstimmungen abgeschafft werden. Das Online-Netzwerk will auf das Mitspracherecht verzichten, nachdem bei der vergangenen Meinungsäußerung nur 0,04 Prozent der Mitglieder teilgenommen hatten. Die Hürde für eine erfolgreiche Abstimmung liegt bei 30 Prozent aller Mitglieder (300 Millionen Nutzer).