Erstellt am 25. April 2013, 12:14

Trotz Mails wird mehr telefoniert denn je. 23 Milliarden Minuten haben die Österreicherinnen und Österreicher im Vorjahr mobil telefoniert, das ist ein Anstieg von gut zwei Prozent gegenüber dem Jahr 2011.

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Seite 2009 haben die Gesprächszeiten um 1,5 Milliarden Minuten zugenommen - trotz der explosionsartigen Verbreitung von Internet und somit Mailempfang am Handy. Noch überraschender ist, dass auch die Zahl der versandten SMS exorbitant zunimmt. 2012 wurden 8,4 Milliarden Kurznachrichten verschickt, ein Plus von fast 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr, rechnete am Donnerstag das Forum Mobilkommunikation (FMK) vor.

Die Sorgen der Mobilfunkbetreiber über die hohen Investitionskosten in den Netzausbau werden verständlich, wenn man sich die Zuwächse im mobilen Internet ansieht. 73 Millionen Gigabyte wurden 2012 übertragen, ein Zuwachs von 66 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zum Vergleich: 2009 lag das Volumen bei gut 16 Millionen Gigabyte. Umgerechnet auf Papier sind 73 Millionen Gigabyte ein DIN A4-Stapel von rund 1,5 Millionen Kilometer Höhe. Das entspricht der vierfachen Distanz Erde-Mond", so FMK-Geschäftsführerin Margit Kropik vor Journalisten.

Eifrigste Handy-Surfer ist erwartungsgemäß die Personengruppe der Unter-30-jährigen mit 79 Prozent Smartphone-User. Bei den bis 60-jährigen sind es 54 Prozent, nur 11 Prozent der Menschen im Pensionsalter haben einen telefonierfähigen Mini-Computer in der Hosentasche. Bei den Berufsgruppen führen die Studenten, das Schlusslicht bilden Landwirte und Rentner. 40 Prozent der Personen mit einem Monatseinkommen unter 1.500 Euro nutzen ein Smartphone, bei einem Monatssalär über 3.000 Euro sind es 66 Prozent, geht aus einer heute präsentierten Gallup-Umfrage hervor (Sample: 1.000 Personen). Rund fünf Prozent der Österreicherinnen und Österreicher haben überhaupt kein Handy oder nutzen es nicht. Rund die Hälfte der Mobiltelefonbesitzer nutzt das Gerät auch als Wecker.

Bei der Meinung zur Handynutzung von Kindern konnte Gallup in den vergangenen Jahren kaum Veränderungen feststellen. Das Gros der Befragten ist der Meinung, dass ein Kind vor dem zehnten Lebensjahr kein Handy besitzen sollte. Immerhin jeder zehnte Befragte würde dem Kind schon mit sechs Jahren ein Mobiltelefon überlassen.

Das FMK, die Interessensvereinigung der Mobilfunker, hat heute auch den Stand beim Netzausbau bekannt gegeben: In Österreich stehen 19.922 Handymasten, mit Abstand am meisten hat Niederösterreich mit 4.138. Fast jede zweite Sendeanlage wird gemeinsam genutzt.