Erstellt am 30. Dezember 2012, 11:32

UNHCR fordert Dialogbereitschaft der Politik. Das UNO-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR fordert von der Politik einen konkreten Dialog zu den Forderungen der Flüchtlinge in der Wiener Votivkirche.

Christoph Pinter, Leiter der UNHCR-Stelle in Wien, meinte am Sonntag im Gespräch mit der APA, die Kommunikation zu den wichtigen Themen wie Arbeitsmarktzugang, Standard der Unterbringung und Problemen mit Dolmetschern dürfe nicht abreißen. Hier ein Zeichen zu setzen, dass man sich mit diesen Anliegen auseinandersetze, wäre wichtig. Die Protestaktion der Flüchtlinge, die nunmehr seit fast zwei Wochen in der Votivkirche ausharren, bewertete Pinter im Grundsatz positiv. Er halte es für wichtig, dass es Asylwerber gebe, die sich selbst artikulieren wollten und ihre Unzufriedenheit äußerten und dies nicht wie bisher über Umwege wie UNHCR oder sonstige Hilfsorganisationen laufe.

In die Pflicht genommen wurde die Politik neuerlich von der Caritas. Deren Sprecher Klaus Schwertner betonte am Sonntag, dass es dringend weiterer Gespräche speziell zu den Themen "menschenwürdiges Wohnen" und Zugang zum Arbeitsmarkt bedürfe. Zu sagen "alles ist gut", wie dies derzeit die Politik tue, lasse sich aufgrund von Fakten nicht belegen.

Laut Caritas haben die Nacht auf Sonntag 40 Flüchtlinge in der Votivkirche verbracht. Mindestens 14 sind in Hungerstreik, sie trinken aber alle wieder Wasser bzw. Tee. In den letzten zwei Tagen mussten zehn Flüchtlinge ins Spital gebracht werden, sechs vorgestern und vier gestern. Alle konnten nach einer ambulanten Behandlung das Krankenhaus wieder verlassen und kehrten mittlerweile in die Votivkirche zurück.