Erstellt am 04. Oktober 2012, 14:16

Ute Bock erhielt Goldenes Verdienstzeichen. Ute Bock ist am Donnerstag von Bundespräsident Fischer mit dem Goldenen Verdienstzeichen der Republik Österreich ausgezeichnet worden.

Fischer würdigte bei der Verleihung das Engagement der Flüchtlingshelferin. Bock zeigte sich bescheiden: "Ich bedanke mich herzlich für diesen Preis, obwohl ich immer noch glaube, dass ich ihn nicht verdiene". Zudem bedankte sie sich bei ihren Unterstützern. Bocks Engagement habe schon immer weit über ihr ursprüngliches Aufgabengebiet hinausgeführt, betonte Fischer. Die Auszeichnung sei als Statement gemeint. Einer "vernünftigen und menschlichen Asylpolitik" dürfe man "keine Steine in den Weg legen", sagte Fischer. "Wenn wir so weitertun, wie es jetzt ist, können wir in fünf Jahren nicht mehr auf die Straße gehen, wenn es finster ist", warnte Bock, die heuer ihren 70. Geburtstag feierte. "Es muss sich was verändern in den Köpfen der Menschen und diese Auszeichnung trägt vielleicht dazu bei", erklärte sie auf die Frage, was ihr der Preis bedeute.

Bock, am 27. Juni 1942 in Linz geboren, begann nach der Matura in einem Heim für schwer erziehbare Sonderschüler zu arbeiten. Seit Anfang der 90er Jahre betreut sie in der Zohmanngasse jugendliche Asylwerber. Auch ihre Pensionierung im Jahr 2003 beendete ihr Engagement nicht, mit eigenen Renteneinkünften und Spenden bezahlte sie Unterkünfte für obdachlose Flüchtlinge.

Bocks Wohnprojekt umfasst mittlerweile rund 60 Wohnungen, in denen sie über 310 Menschen Unterkunft und Verpflegung bietet. Zusätzlich hat sie für mehrere hundert Asylwerber eine Meldeadresse und juristische Beratung organisiert, damit diese ihre Asylverfahren weiterführen können.

Fischer wies darauf hin, dass Bocks Tätigkeit oft nicht reibungslos und glatt verlaufen sei. Mit der Verleihung des Goldenen Verdienstzeichens danke er ihr für ihre Beharrlichkeit und wünsche sich, dass sie sich noch viele Jahre ihrer Tätigkeit widmen kann.