Erstellt am 06. September 2012, 15:51

VÖZ-Kampagne bewirbt den Mehrwert von Zeitungen. "Heben Sie das Niveau Ihrer Selbstgespräche", "Wer die Stärke von Papier unterschätzt, hat sich schon oft geschnitten" und "Was wäre die öffentliche Meinung ohne jemanden, der sie veröffentlicht" sind nur einige jener Slogans, mit denen der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) ab Freitag die heimischen Printtitel bewirbt.

im Bild v.l.n.r. Prof. Harald KNABL (Vorsitzender des Boards Lesermarkt), Dr.Hans GASSER (Präsident des Verbandes österreichischer Zeitungen), Mariusz Jan DEMNER (Geschäftsführer von Demner, Merlicek & Bergmann) und Dkfm. Helmut HANUSCH (Vorsitzender des Boards Werbemarkt)  |  NOEN, Thomas Preiss (Verband Ã-sterr. Zeitungen (VÃ-Z)
Übertitelt ist die Kampagne von Demner, Merlicek & Bergmann mit dem Claim "Steigern Sie den Wert Ihrer Meinung. Mit jeder Zeitung und jedem Magazin mehr", Ziel ist es, zu vermitteln, dass Kaufzeitungen für die Meinungsbildung unverzichtbar sind.

Die Kampagne richtet sich nicht nur an Leser, sondern auch an die Werbung und die Politik. Letzterer gegenüber wollen die Verleger vor Beginn der Verhandlungen über die künftige Presseförderung noch einmal ihren Standpunkt deutlich machen. Schließlich sei es heute für die Presse schwerer den je, ihre "Watchdog"-Funktion auszuüben, warnte VÖZ-Präsident Hans Gasser am Donnerstag bei der Präsentation der Kampagne.

"Noch nie im 21. Jahrhundert war der Regierung die Pressevielfalt so wenig wert wie heute", so Gasser, der dies unter anderem an der Kürzung der Presseförderung festmachte, während der ORF von der Regierung in Millionenhöhe unterstützt werde. Die Verhandlungen zur Reform der Presseförderung werden daher laut Gasser zeigen, was es der Politik wert ist, "dass die Bürger in diesem Land auch in Zukunft unabhängig, objektiv und umfassend über die Geschehnisse informiert werden". Der VÖZ fordert eine Erhöhung der Mittel auf 50 Millionen Euro.

Harald Knabl, Vorsitzender des Boards Lesermarkt beim VÖZ, sprach sich außerdem für einen niedrigeren Steuersatz für Zeitungen aus, Österreich sei nämlich im internationalen Vergleich ein Zeitungshochsteuerland. Außerdem würden digitale Zeitungsausgaben mit 20 Prozent Mehrwertsteuer belegt, während für Printtitel eine Umsatzsteuer von zehn Prozent gilt, "wir fordern daher einen gleichen Steuersatz für alle Zeitungen".

Die Kampagne richtet sich aber auch an die Werbetreibenden, denen man "in Zeiten, in denen jeder seinen Werbe-Schilling dreimal umdreht", vermitteln will, dass das Geld im Printsegment richtig eingesetzt ist, so Helmut Hanusch, Vorsitzender des VÖZ-Boards Werbemarkt. Und auch den Lesern soll die Kampagne klarmachen, dass sie bei Kaufzeitungen gut aufgehoben sind. "Zeitungen und Magazine bieten eine einmalige Möglichkeit, sich im Informations-Dschungel zurecht zu finden", so der Kampagnenverantwortliche Marius Demner. Im Gegensatz zu den vielen oberflächlichen Informationen, die häppchenweise aus verschiedenen Kanälen auf den Mensch einströmen, würden Zeitungen tiefer ins Thema gehen, Zusammenhänge sichtbar machen und Hintergrundinformationen liefern. Durch das Lesen von Zeitungen bekomme die Meinung des einzelnen mehr Gewicht, erklärt Demner den Claim der Kampagne.