Erstellt am 09. Januar 2013, 09:48

VÖZ vergibt Förderpreis für Medienforschung. Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) hat am 8. Jänner 2013 zum dritten Mal seinen Förderpreis für herausragende medienwissenschaftliche Forschungsarbeiten verliehen.

VÖZ-Vizepräsident Harald Knabl, Bernadette Kneidinger (Universität Wien), Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle, Melanie Magin (Johannes Gutenberg-Universität Mainz), Gudrun Wolfschluckner (Universität Salzburg) und Jury-Vorsitzender Matthias Karmasin (Universität Klagenfurt)  |  NOEN, © VÖZ/Schiffl
Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle gratulierte den drei Wissenschaftlerinnen zu dieser Auszeichnung.
 
„Der Verband Österreichischer Zeitungen holt mit diesem Preis junge Medienwissenschaftlerinnen und Medienwissenschaftler mit besonderer Leistung vor den Vorhang“, so Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle, der den Ehrenschutz für den Preis innehat. „Die Medienwissenschaft ist eine sehr attraktive Wissenschaft und gerade an österreichischen Hochschulen stark nachgefragt“, so dass sie bisweilen als „Massenfach“ gelte. „Umso wichtiger ist es, innerhalb der Studierenden hervorragende Leistungen hervorzuheben.“
 
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Auch Harald Knabl, Vorsitzender des VÖZ-Boards Lesermarkt und Geschäftsführer der „Niederösterreichischen Nachrichten“, gratulierte den Preisträgerinnen. Darüber hinaus nahm er in seinem Statement zur aktuellen Debatte Stellung: Auch wenn - befeuert durch Zeitungspleiten in Deutschland - die wirtschaftlichen Probleme der Printmedien derzeit in aller Munde seien, wäre es ein „fataler Trugschluss“, Zeitungen und Magazine in ihrer demokratiepolitischen Rolle in Frage zu stellen. „Kaufzeitungen und -magazine sind weiterhin eine unverzichtbare Plattform des öffentlichen Diskurses und der Meinungsbildung. Soziale Netzwerke oder Web-Blogs können diese Funktion nicht ausfüllen. Journalismus ist eine Profession, die auch von Profis ausgeübt werden muss. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist die Demokratie auf eine Vielfalt von professionellen Medien angewiesen, die Journalismus mit hohen ethischen und qualitativen Standards an die Bürger bringen.“ Doch dafür brauche es bessere Rahmenbedingungen und eine Aufstockung der Presseförderung. „Wir sind überzeugt: Der Public Value, den unsere Mitgliedsmedien liefern, ist sein Geld wert und rechtfertigt eine Erhöhung der Presseförderung auf zumindest 50 Millionen Euro“, schloss Knabl.
 
Die Preisträger wurden durch eine prominent besetzte Jury unter der Leitung von Matthias Karmasin (Universität Klagenfurt) ermittelt. Die Kategorie Dissertationen, die mit 4.000 Euro dotiert ist, ging an Bernadette Kneidinger für ihre Arbeit "Geopolitische Identitätskonstruktion in der Netzwerkgesellschaft. Mediale Vermittlung und Wirkung" (Universität Wien). Kneidinger untersuchte, wie in Österreich geopolitische Identitätskonstruktion in traditionellen Printmedien und im Sozialen Netzwerk "Facebook" erfolgt sowie welche Zusammenhänge zwischen Mediennutzung und individuellen geopolitischen Identitätsentwürfen der Rezipienten bestehen.
 
In der Kategorie Master-/Diplomarbeiten wurde Gudrun Wolfschluckner für ihre Arbeit "Auf der Suche nach dem Public Value im Netz" (Universität Salzburg) ausgezeichnet. Wolfschluckner beleuchtete die Grundsatzfrage der Gebührenverwendung für öffentlich-rechtliche Rundfunkanbieter im Web mit dem Fokus auf den Medienstandort Österreich. Sie erhält ein Preisgeld von 2.000 Euro.
 
Darüber hinaus wird ein Sonderpreis von 1.000 Euro für Arbeiten vergeben, die in Teilbereichen besonders relevante Impulse für Medienunternehmen verlegerischer Herkunft liefern. Der Preis wurde an Melanie Magin für ihre Dissertation "Wahlkampfberichterstattung im langfristigen Systemvergleich" (Johannes Gutenberg-Universität Mainz) verliehen. Sie hat in ihrer Arbeit die Berichterstattung deutscher und österreichischer Tageszeitungen zwischen 1949 und 2006 untersucht.

VÖZ schreibt Förderpreis 2013 wieder aus

Der VÖZ-Förderpreis Medienforschung wurde vom Board Lesermarkt im Verband Österreichischer Zeitungen ins Leben gerufen und wird seit 2010 verliehen. Er soll die praxisbezogene Professionalisierung an den Universitäten und Fachhochschulen fördern. Bewertet werden Arbeiten, die sich mit aktuellen Fragestellungen des österreichischen Medienmarktes befassen und relevante Impulse für Medienunternehmen verlegerischer Herkunft liefern. Der VÖZ hat den Preis auch 2013 wieder ausgeschrieben. Einreichschluss ist der 31. Juli. Auch 2013 übernimmt Wissenschaftsminister Töchterle die Schirmherrschaft für den Förderpreis.