Erstellt am 29. Januar 2013, 09:08

Weidmänner gingen in Wiener Hofburg auf die Pirsch. Traditionell zünftig ist am Montagabend der 92. Jägerball des "Grünen Kreuzes", einer der Höhepunkte der Ballsaison, über die Bühne gegangen.

APA11203042 - 28012013 - WIEN - …STERREICH: Der frühere Vizekanzler Josef Pröll mit Ehefrau Gabi beim Tanzen am Montag, 28. Jänner 2013, anl. des Jägerballs in der Hofburg in Wien. APA-FOTO: GEORG HOCHMUTH  |  NOEN, GEORG HOCHMUTH (APA)
Einmal jährlich kleiden sich tausende Menschen in Dirndl und Tracht und gehen in der Wiener Hofburg auf die Pirsch: Mehr als 6.000 Gäste tanzten bei der restlos ausverkauften Veranstaltung in den historischen Ballräumen der Hofburg, den Redoutensälen und der Spanischen Hofreitschule.

Die Patronanz hatte heuer das Bundesland Niederösterreich übernommen, Prominenz aus Politik und Jägerschaft reiste in die Bundeshauptstadt. Landeshauptmann Erwin Pröll (V) zeigte sich begeistert: "Nur jemand der tief verwurzelt ist kann weltoffen nach vorne gehen. Und das signalisiert dieser Abend heute mit Sicherheit." Mit der Jagd am Hut hat Pröll allerdings weniger: "Ich habe noch nie ein Wild erlegt, ich kann auf ein Lebewesen nicht schießen". Das Einzige was ihn damit verbinde, sei sein Jagdhund Tobi, ein "lieber, enger Freund", sagte Pröll.

Auf die Pirsch ging Niederösterreichs Landesjägermeister und Ex-Vizekanzler Josef Pröll. "Hier findet man Stadt und Land auf einer Fläche." Sein letzter Abschuss liegt ungefähr eineinhalb Wochen zurück, er hat bei einer Treibjagd auf Schwarzwild ein Schwein erlegt, erzählte er. Ebenfalls treffsicher gab sich Umweltminister Nikolaus Berlakovich (V): "Ich habe so um Silvester herum ein Wildschwein erlegt."

Begeistert von Dirndl und Lederhose zeigte sich Benimm-Experte Thomas Schäfer-Elmayer: "Jeder Ball lebt ja von der Kleidung der Gäste." Ähnlich äußerte sich die ehemalige Miss Austria Christine Reiler, "mit Tracht kann man nichts falsch machen", sagte sie. Selbst war die Medizinerin noch nicht auf der Jagd, "ich habe die Jagdprüfung nicht gemacht, aber den Kurs dazu." Dennoch glaubt sie daran, dass aus ihr noch eine Jägerin werden kann: "Ich muss mich überwinden, der Bezug zur Waffe ist nicht so ein großer."

Insgesamt 14 verschiedene Orchester und Musikgruppen sorgten bei dem zünftigen Treiben für reichlich Stimmung. Laut Organisator Leo Nagy, der den Ball als "größte Hasenjagd Wiens" bezeichnete, war die Veranstaltung innerhalb weniger Minuten nach Öffnung der Bestellhotline bereits ausverkauft.

Unter die Gäste mischten sich auch Life Ball-Organisator Gery Keszler, Tanzschulbesitzerin Yvonne Rueff, "Profil"-Herausgeber Christian Rainer sowie Designer Nhut La Hong, der von der Miss Indien 2012 begleitet wurde. "Ich liebe Tracht, sie inspiriert mich unheimlich", schilderte La Hong.

Aus den Reihen der Politik gaben sich Staatssekretär Sebastian Kurz (V), FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache sowie Sozialminister Rudolf Hundstorfer (S) ein Stelldichein. Zu Gast war auch Lobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly, der kürzlich nicht rechtskräftig zu zwei Monaten bedingt wegen Beweismittelfälschung verurteilt worden war - gemeinsam mit Ehefrau und Ex-VP-Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat.