Erstellt am 03. September 2013, 14:28

Sommerschluss im Erdbeerland. Die Wiesen-Festivals gingen höchst erfreulich zu Ende: Mit guter Laune, starken Bands und einem Ärzte-Doppler.

 |  NOEN, Bruckmüller/Sommerecker
Von Wolfgang Millendorfer

Fast könnte man versucht sein zu sagen, dass das Finale der Festivalsaison heuer im Zeichen einer einzigen Band stand. Einer Band, die sich selbst als die beste der Welt bezeichnet und die unter Fans als Lebenseinstellung gilt: Die Ärzte holten ihr abgesagtes Wien-Konzert mit zwei Wiesen-Auftritten nach, sangen, scherzten und siegten. Dass sich das Trio aus Deutschland bei seiner (dreistündigen) Solo-Show im Vorfeld des Two Days a Week noch um einiges wohler fühlte als beim (zweistündigen) Festival-Gig, das merkte man. Funktioniert haben aber zweifelsohne beide Auftritte.






Denn so wie das – kurz Two Days genannte – Kult-Fest für Eingefleischte das Ende des Sommers markiert, so machen sich dieselben zur Aufgabe, es eben deshalb noch einmal richtig krachen zu lassen. Den Soundtrack bastelte man auch heuer wieder aus Punk, Metal und lange nicht mehr gehörten Hits – eine Mischung, die (fast) immer klappt.

Legenden, Punk und die 90er: Alles da …

Und deshalb gab es am letzten Wiesen-Wochenende noch viel mehr zu sehen und hören: Bereits am Nachmittag des ersten Festivaltages etwa spielte mit Marky Ramone – vor noch überschaubarer Menge – eine Legende auf. Voller war das Zelt bei den Deftones, die ihre Zeitreise in die 90er-Jahre mit Anstand über die Bühne brachten. Nach dem Ärzte-Auftritt hatten es NOFX dann nicht unbedingt leicht, aufgrund der vorangeschrittenen Partystimmung aber auch nicht allzu schwer.

Tag zwei brachte zunächst tapfere Nachmittags-Acts wie Jaya the Cat, bevor mit Filter eine weitere – und soweit auch geglückte – 90er-Auferstehung gefeiert wurde. Für viele einer der besten Auftritte war dann jener von Triggerfinger: Mit Wucht und Rotzigkeit ließen sie wissen, dass sie noch mehr als Radiohits drauf haben.
Apropos rotzig: The Darkness machten im Anschluss, was von ihnen erwartet wurde. Die deutschen Heaven shall burn brachten dann auch den Metal auf die Bühne zurück – und zwar ordentlich. Passend zum Finale des Finales war bei Ska-P Samstagnacht der Name Programm.

Für die jungen Rocker geht‘s jetzt zurück in die Schule und für alle zusammen ab Herbst zurück in die Konzerthallen. Aber: Schon bald startet der Vorverkauf für nächstes Jahr. Und das wird wieder ein Fest. Bestimmt.