Erstellt am 16. Juli 2014, 11:36

von Wolfgang Millendorfer

Indie-Wunderland und alte Perlen. Festival-Wochenende / „Harvest of Art“ und „Lovely Days“ – oder: Gegensätze sind in Wiesen kein Hindernis, sondern ein Gewinn.

Welthits und unbändige Spielfreude: Der legendäre CCR-Frontmann John Fogerty als würdiger Abschluss eines vielschichtigen Festival-Doppelpacks. Wiesen zeigte am vergangenen Wochenende wieder, was es alles kann.  |  NOEN, Bettina Eder

Experimentierfreudigkeit und große Namen trafen am vergangenen Wiesen-Wochenende auf ein überaus motiviertes Publikum. Erstere zeigte sich beim „Harvest of Art“: Vor drei Jahren wurde das neue Format ins Leben gerufen; am vergangenen Freitag präsentierte sich das Line-Up bunt wie nie - und die Rechnung ging auf.

Neben vorprogrammierten Festival-Hits wie „Calexico“ und einem doch sehr befremdlichen „Tricky“ als Headliner waren es vor allem die österreichischen Beiträge, die bewegten: „Garish“ genossen das Burgenland-Heimspiel und wurden vom Publikum für ihren sympathischen Auftritt gefeiert. Die Steirerin Anja Plaschg - bekannt als „Soap & Skin“ - schaffte es, mit Piano und Streicher-Arrangements in die Wiesen-Geschichte einzugehen: Gebannt und schweigend blickte die Menge im Festzelt auf eine beinahe völlig verdunkelte Bühne und war begeistert.

Wilder ließen es am Festival-Samstag dann die älteren Semester angehen: Bei den „Lovely Days“ setzte sich der Sommertrend mit einem nahezu ausverkauftem Festgelände fort. Enthusiastisch wurden bereits am Nachmittag Acts wie die Zappa-Band „Grandmothers of Invention“ gefeiert. Auf Johnny Winters Gitarren-Kaskaden folgten „Chicago“ mit einer astreinen Show. Als CCR-Legende John Fogerty unterm Vollmond die Besucher mit „bad moon rising“ entließ, war die Stimmung am Höhepunkt.