Erstellt am 11. Juni 2013, 12:03

WKÖ fordert Verbesserungen bei Kleinkindbetreuung. Handlungsbedarf bei der Betreuung von unter Dreijährigen ortet die Unternehmerinnenvertretung in der Wirtschaftskammer, "Frau in der Wirtschaft".

Vorsitzende Fürntrath-Moretti fordert, dass in der kommenden Legislaturperiode die Vorgaben der EU, für mindestens 33 Prozent der unter Dreijährigen Betreuungsplätze zur Verfügung zu stellen, "österreichweit übernommen und endlich umgesetzt werden". Eine Studie zeigt Versorgungslücken vor allem bei Kindern unter eineinhalb Jahren und auch den Öffnungs- und Ferienzeiten. Die Kinderbetreuungsquote für unter Dreijährige in Österreich liegt demnach bei 19,7 Prozent. Die EU-Vorgaben, das sogenannte Barcelona-Ziel, hätte Österreich eigentlich schon 2010 erfüllen müssen.

Speziell für Kinder unter zweieinhalb Jahren fehle in manchen Bezirken Österreichs immer noch ein ausreichendes Angebot, erklärte Wolfgang Mazal vom Österreichischen Institut für Familienforschung (ÖIF) die Ergebnisse einer Studie, die von "Frau in der Wirtschaft" in Auftrag gegeben worden war. "Besonders auffallend ist, dass bei den unter Eineinhalbjährigen große Versorgungslücken bestehen."

Probleme können sich auch in den Ferien ergeben: "Regional überschreiten die Ferienzeiten der ganzjährigen geführten Krippen teils die Urlaubsansprüche eines oder sogar beider Elternteile", erläuterte Mazal.

Fürntrath-Moretti hält den Zustand bei den Öffnungs- und Ferienzeiten für untragbar. Sie forderte, die Schließzeiten von Kinderbetreuungseinrichtungen auf maximal drei Wochen pro Jahr zu reduzieren und die Öffnungszeiten auf mindestens 50 Stunden pro Woche auszuweiten. Auch müssten sich die Länder auf einheitliche Mindeststandards einigen.