Erstellt am 21. Mai 2012, 10:34

Yahoo bekommt für Alibaba-Vekauf 7 Mrd. Dollar. Der kriselnde US-Internet-Konzern Yahoo bekommt 7,1 Mrd. Dollar (5,6 Mrd. Euro) für die Hälfte seiner Beteiligung an der größten chinesischen Internet-Handelsplattform Alibaba.

Käufer ist das chinesische Unternehmen selbst. Yahoo hielt bisher 40 Prozent an Alibaba. Der Anteil galt zuletzt als der wertvollste Posten im Portfolio von Yahoo. Die Chinesen wollten ihn schon lange zurückkaufen, um an die Börse gehen zu können. Der Weg dafür ist jetzt frei. Yahoo erhalte mindestens 6,3 Mrd. Dollar in bar sowie Alibaba-Aktien für rund 800 Mio. Dollar, teilten die beiden Unternehmen am Montag mit. Nach Abzug der Steuern dürften rund 4 Mrd. Dollar übrig bleiben, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf informierte Personen.

Yahoo will das Geld aus dem Verkauf des Alibaba-Anteils in den Rückkauf eigener Aktien stecken. Mit dem Deal wurde ein laufendes Aktienrückkauf-Programm um 5 Mrd. Dollar aufgestockt. Im bisherigen Preis der Yahoo-Aktie war der Wert des Alibaba-Anteils eingerechnet. Ein Aktienrückkauf könnte mögliche Kursverluste abfedern.

Yahoo hatte seinen 40-prozentigen Anteil 2005 für eine Milliarde Dollar gekauft. Der Internet-Pionier war in den vergangenen Jahren immer wieder in Gesprächen über die Alibaba-Beteiligung gewesen, ein Deal kam aber nie zustande.

Gemessen an dem von Yahoo erhaltenen Preis wird Alibaba derzeit mit 35 Mrd. Dollar bewertet. Die chinesische Handelsplattform hat zwar noch keine offiziellen Börsenpläne angekündigt, ihre Absicht ist jedoch schon lange bekannt.

Alibaba steigerte den Umsatz im vergangenen Jahr um drei Viertel auf 2,34 Mrd. Dollar und erzielte dabei einen Gewinn. Zusammen mit dem erwarteten starken Wachstum des Internethandels in China macht dies Alibaba für Investoren besonders interessant. Größter Anteilseigner von Alibaba ist jetzt das japanische Beteiligungsunternehmen Softbank mit rund 30 Prozent. Softbank hält auch einen Anteil am japanischen Geschäft von Yahoo. Der Verkauf der dortigen Beteiligung gilt als nächster wahrscheinlicher Schritt des Yahoo-Managements.