Erstellt am 22. Januar 2013, 14:18

Zahl der Asylanträge 2012 um 20 Prozent gestiegen. Die Zahl der Asylanträge ist im Vorjahr deutlich gestiegen. Gesamt 17.415 Ansuchen wurden 2012 in Österreich gestellt.

Das sind knapp 3.000 oder 20,8 Prozent mehr als im Jahr davor, geht aus der aktuellen Aufstellung des Innenministeriums hervor. Rechtskräftige Entscheidungen in Asylverfahren gab es 15.819. 3.505 mal wurde Asyl gewährt. Der Anstieg bei den Anträgen gegenüber 2011 ist deutlich. In jedem einzelnen Vergleichsmonat trafen mehr Asylanträge ein, wobei zuletzt der Dezember quasi ein Ausreißer nach unten war. Da gab es bloß ein Plus von einem Ansuchen. Die mit Abstand meisten Asylanträge kamen im Oktober, nämlich 2.117.

Auffällig ist der Anstieg besonders gegenüber 2010, als nur 11.012 Ansuchen gestellt wurden. Andererseits gab es auch schon einen viel größeren Andrang, speziell im Jahr 2002 mit 39.354 Anträgen.

Die mit Abstand meisten Anträge wurden im Vorjahr von Afghanen gestellt (4.003). Dahinter folgen Bürger der Russischen Föderation (3.098) vor Pakistanis (1.827) und Syrern (922). Bei Flüchtlingen aus dem Bürgerkriegsland Syrien ist der Anstieg augenfällig. 2011 hatten bloß 422 Syrer in Österreich um Asyl angesucht.

Syrer hatten auch gute Chancen, tatsächlich in Österreich bleiben zu können. In 81 Prozent aller Fälle wurde im Vorjahr Asyl gewährt. Ebenfalls mehrheitlich positiv entschieden wurden Anträge aus dem Iran (73 Prozent) und Somalia (60 Prozent).

Während auch Afghanen eine recht hohe Anerkennungsquote (40 Prozent) aufweisen, sieht es für Pakistanis schlecht aus. Nur 14 Fälle wurden positiv entschieden, was einem Prozent entspricht. Dies ist insofern nicht uninteressant, als die Pakistanis die größte Gruppe jener Flüchtlinge stellen, die sich derzeit in der Wiener Votivkirche für bessere Chancen für Asylwerber im Hungerstreik befinden.

Stark angestiegen ist die Zahl der Anträge von unbegleiteten Minderjährigen. 1.631 wurden 2012 vorgelegt. 2011 waren es rund 1.100.

Ins Stocken geraten ist angesichts der steigenden Antragszahl der Abbau von Verfahren. Ende 2012 waren 21.806 offen, Ende 2011 waren es bloß 20.580. Das bedeutet, dass erstmals seit langem am Jahresende wieder mehr Verfahren offen waren als am Vergleichsdatum im Jahr davor.