Erstellt am 08. Juli 2012, 10:25

Zuwachs in Wiesen: Traumhafte Geburt des Harvest Of Art Festival. Die burgenländische Festivalgemeinde Wiesen hat ein neues Kind: Das Harvest Of Art fand am Freitag zum ersten Mal statt und sorgte gleich für ein volles Haus. Manjana Sommerecker und Florian Bruckmüller waren mit der Kamera live dabei!

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Absolute Gewinner waren an diesem Abend mit großem Abstand - und eigentlich wie zu erwarten war - Mumford & Sons und Thees Uhlmann. Weniger spektakulär hingegen die Show des Headliners The Kooks: Die Jungs aus Brighton waren nur im Programm der Hauptact.

Bei extremen Temperaturen und strahlendem Sonnenschein wurden gegen 13.30 Uhr die Pforten geöffnet. Zu Beginn gab's eine feine Mischung aus Pop und Folk mit 80er Jahre Charme von den Wienern Ginga. Robert Francis, Singer-Songwriter aus Kalifornien, sorgte anschließend für gute Laune und ebensolche Stimmung. Recht lahm hingegen die Show von Warpaint: Das Mädels-Quartett muss noch üben. Schiefer Gesang, schlechter Ton - dennoch war der überdachte Bühnenbereich voll. Heftiger Regen hatte am Nachmittag eingesetzt und einige Leute "hinein" getrieben. Einige freuten sich hingegen über die Abkühlung, tanzten im Regen, badeten ihre Füße in den entstandenen Pfützen.

Etwas Donnergrollen war auch noch kurz vor Thees Uhlmann zu hören, der einfach nur alles richtig machte und zeigte, was gute, handgemachte Rockmusik ist. In Blue Jeans, weißem T-Shirt, schwarzer Lederjacke und mit einer Mundharmonika in der Hand betrat er die Bühne und spielte einer seiner schönsten Nummern "Römer Am Ende Roms". Die Band folgte ihm und setzte später ein. Was folgte war ein herrlicher Auftritt eines Künstlers, der den Festivalbesuchern ein großes Geschenk bereitete, nämlich die sicht-, hör- und spürbare Leidenschaft, für das was er tut. Weiters auf der Set-List: "Das Mädchen von Kasse 2", "& Jay-Z singt uns ein Lied" sowie ein aufgrund der Zugabe-Rufe doppelt gespieltes "Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf".

Mehr als solide lieferte Glen Hansard ab. Umjubelter Auftritt des 42-Jährigen und eine schöne Vorbereitung auf den "Headliner der Herzen" Mumford & Sons. Totales Auszucken bei den Fans, als die Truppe die Bühne betrat. Vom ersten Augenblick an wurde mitgesungen und/oder mitgeklatscht. Erstes Highlight war die zweite Nummer "Little Lion Man". Danach folgten schöne, stimmige Übergänge von sanften Songs wie "White Blank Page" zu flotten Hits, wie dem grandiosen Abschlusstitel "The Cave".

Was dann folgte, hat man in Wiesen so noch nicht (oft) erlebt: Kein Plätzehüten für den Hauptact, die Massen verließen den Bühnenbereich und hatten scheinbar wenig Interesse an The Kooks. Kurz vor Beginn der Headliner-Show kamen aber doch noch zahlreiche Leute und ließen ihre Hüften zu Hits wie "She Moves In Her Own Way" und "Shine On" kreisen. Insgesamt hätte man sich die erste Ausgabe des Harvest Of Art wohl kaum schöner wünschen können. Ausverkaufte Premiere, bitte lasst noch viele Vorführungen folgen.

Am Samstag steht das Lovely Days Festival mit Lou Reed, Ray Manzarek und Robbie Krieger von The Doors sowie Jethro Tull's Ian Anderson auf dem Programm. Außerdem sind auch Ten Years After mit von der Partie. Sie springen für Iron Butterfly ein, die kurzfristig absagen mussten.
(Schluss) ska/hf

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