Erstellt am 01. Februar 2013, 22:42

Zwischenfälle bei Akademikerball-Demo. Etwas mehr als 3.000 Menschen haben Freitagabend gegen den Akademikerball der FPÖ-Wien demonstriert. Die Polizei berichtete gegen 21.00 Uhr von zwei Festnahmen. Bei einer habe es sich um ein Strafvergehen, bei einer weiteren um ein Verwaltungsvergehen gehandelt. Auch zwei Beamte seien bei der Gegendemonstration leicht verletzt worden.

Einige Demonstranten setzten Farbbeutel und Pfefferspray gegen Ballbesucher und Beamte ein. Eine Gesamtbilanz des Abends wurde noch im Laufe der Nacht von der Exekutive angekündigt.

Gegen Beginn der Veranstaltung in der Hofburg hatte es laut Polizeiangaben weder bemerkenswerte Zwischenfälle noch Festnahmen gegeben. Mehrere Demonstrationszüge waren von unterschiedlichen Punkten in Richtung Innenstadt gezogen und hatten versucht, die Ballbesucher am Zugang zu behindern.

Mehrere Hundert Polizisten sicherten die Wege dorthin. Rund 1.200 Demonstranten hatten sich in der Nähe des Wiener Westbahnhofs in Richtung Hofburg bewegt, von der Universität Wien kamen 1.300. Am Heldenplatz hatte zudem das Bündnis "Jetzt Zeichen setzen" eine Veranstaltung mit Lesungen abgehalten, bei der sich laut Polizei rund 400 Personen eingefunden hatten. Bei den Demonstrationszügen wurden Parolen wie "Nazis raus" gerufen. Zudem wurden vereinzelt Knallkörper eingesetzt.

Die Polizei sicherte die Zugänge für die Ballbesucher zur Hofburg, in der sich Anhänger der freiheitlichen Partei sowie Burschenschafter nach und nach einfanden. Der Vorwurf der Gegner der Veranstaltung: Es würde sich dabei um nichts anderes als die Fortsetzung des bereits in den vergangenen Jahren heftig bekämpften Balls des Wiener Korporationsringes (WKR) handeln. Bei diesem sollen sich Jahr für Jahr auch Rechtsextreme eingefunden haben.

Die Wiener FPÖ kritisierte indes das "völlige Versagen der Polizeiführung" beim Wiener "Akademikerball". Laut Landesparteisekretär Hans-Jörg Jenewein wurden Dutzende Ballbesucher durch Stein- und Flaschenwürfe von Demonstranten verletzt - darunter auch der EU-Abgeordnete Mölzer. Der sei vor der Oper von einem Wurfgeschoß getroffen worden und habe eine Platzwunde am Kopf erlitten, sagte ein Parteisprecher der APA.