Erstellt am 10. Juli 2013, 07:47

Ab jetzt ist Wahlkampf. Martin Gebhart über Startschuss zum Wahlkampf für 29. September.

Martin Gebhart , Chefredakteur NÖN , 14.11.2005 © Foto: Franz Baldauf, Tel.: +43 650 333 33 15, E-Mail: Studio@fotobaldauf.at, www.bilder.services.at, Bank: BA-CA, Blz 12000, Kto.Nr.: 949 005 797, UID: ATU 20 46 58 05  |  NOEN, (Franz Baldauf)
Die vorwöchige Monstersitzung im Parlament hat diesmal nicht – wie gewohnt – die Polit-Sommerferien, sondern den Wahlkampf eingeläutet.
Die Wahl-Vorzeichen haben sich im heurigen Jahr stark geändert. Davor hatte FPÖ-Bundesparteiobmann Heinz Christian Strache noch sein Kanzlerduell mit SPÖ-Regierungschef Werner Faymann plakatiert, jetzt gibt er sich schon kleinlauter. Tatsächlich hat sich das Blatt in Richtung ÖVP-Vizekanzler Michael Spindelegger gedreht. Eine gewonnene Volksbefragung zur Wehrpflicht und vier Landtagswahlen haben die ehemals graue Maus der Bundespolitik stark gemacht. Bei der Klausur der ÖVP-Nationalratskandidaten in der Hofburg zielte in der Vorwoche deswegen auch alles auf das Duell mit der Faymann-SPÖ. Die anderen Gegner wurden nur am Rande gestreift. Auch in der SPÖ setzt man sich jetzt mehr mit dem Regierungspartner als mit anderen Mitbewerbern auseinander. Selbst Frank Stronach genießt da nur eine Nebenrolle, was ihm wohl nicht behagt.

Die Zuspitzung mag so manchen Wahlstrategen erfreuen, langjährigen Polit-Funktionären in den Regierungsfraktionen bereitet sie aber auch Sorge. Wie sehr können sich zwei staatstragende Parteien beschädigen, um dann nach dem 29. September doch wieder zusammenzuarbeiten? Wie viel Schmutz hält diese Regierungsachse aus? Dass SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos und ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch einen rein sachlichen Wahlkampf führen, kann als rhetorische Floskel in so mancher Rede abgetan werden. Da wird schon noch einiges ausgepackt werden. Man erinnere sich an so manche Geschichte im Vorfeld der Wehrpflicht-Volksbefragung.