Erstellt am 19. August 2015, 06:57

von Markus Stefanitsch

Äpfel mit Birnen. Markus Stefanitsch über die Forderung nach Grenzkontrollen und die Vermischung von Asylthemen.

Es gibt wohl kein Thema, das derart emotional und teilweise unsachlich diskutiert wird, wie das Flüchtlingsthema.

Gerade im Internet spielen sich teilweise äußerst unappetitliche Wortgefechte ab. Und auch die „reale“ Bevölkerung scheint sehr gespalten zu sein. Die einen versuchen, zu helfen, die anderen verdammen jeden Nicht-Österreicher. Dazwischen gibt es kaum etwas.

Dass die SPÖ im Burgenland einer Meinung mit der FPÖ ist, ist aufgrund der Regierungskoalition klar. Vor allem was die Forderung nach Grenzkontrollen betrifft. Dass hier vermeintlich Äpfel mit Birnen vermischt werden, scheint bewusst in Kauf genommen zu werden.

Es gibt im Bereich der Kriminalität und des Pfusches ein Problem. Ausländische Pfuscher fahren über die Grenze und bieten ihre Arbeiten weit unter den Preisen der heimischen Wirtschaft an. Ebenso gibt es kriminelle Banden, die ihre Kreise ziehen. Beide Bereiche gehören gelöst. Da würden Kontrollen, ob nun an der Grenze oder im grenznahen Bereich, durchaus Sinn machen.

Was die Asyl-Frage betrifft, wird hier – nicht nur im Burgenland – Populismus betrieben. Ein Teil der Bevölkerung ist der Meinung, dass durch ein Zusperren der Grenze keine Flüchtlinge mehr kommen werden. Die Flüchtlingsströme wird das vielleicht kurzfristig eindämmen, aber langfristig finden die Schlepper dann wieder die Wege über Wald und Wiesen. Solange in Syrien Krieg herrscht und das Problem nicht EU-weit angegangen wird, wären Grenzkontrollen nur „Opium fürs Volk“.