Erstellt am 18. Mai 2011, 00:00

Alte Reflexe gegen Strache. HARALD KNABL über das Verhalten der Regierungsparteien gegenüber der FPÖ.

 |  NOEN, Franz Baldauf
x  |  NOEN, Franz Baldauf

Einige Zeit lang hielt sich Heinz-Christian Strache sehr zurück und ließ das politische Geschehen geschehen. Aus gutem Grund: Zuerst erledigten die ständigen Zänkereien in der Regierung Faymann/Pröll die Arbeit für die FPÖ, dann die ÖVP im Alleingang mit ihren Umstürzen. Jetzt, wo es den Anschein hat, die Regierung beginnt nun doch noch zu arbeiten, ist er wieder da. Mit neuer Kraft und alten Themen.

Mehr ist von der FPÖ, mehr ist von Heinz-Christian Strache auch nie zu erwarten gewesen. Ein bisserl Abstauben, wenn Europa seine Asylpolitik über den Haufen wirft, ein paar Ratschläge in Richtung ÖVP. Trotzdem haben es SPÖ und ÖVP geschafft, Straches FPÖ zum gleichberechtigten Player in einem Spiel zu machen, bei dem es schlicht und einfach um die Frage geht, ob Österreich nach den nächsten Wahlen von einer FPÖ (mit-)regiert wird, die sich ganz offen zum ganz rechten Lager bekennt.

Und was tun die beiden Regierungsparteien dagegen? Nun, die ÖVP hat gerade einen ordentlichen parteiinternen Wickel hinter sich gebracht. Und die SPÖ taumelt ohnehin seit Monaten ohne Kopf durch die Gegend. Die Wehrdienstdebatte scheint verloren. Auch da hat sich die SPÖ alles andere als geeint gezeigt.

Doch trotz all dieser Schwächen haben sowohl SPÖ und ÖVP erkannt, dass es an der Zeit ist, mit Sachthemen aufzuwarten. Und genau das ist es, was den FPÖ-Obmann veranlasst, aus der ersten Reihe des Zuschauerraums wieder zurück auf die politische Bühne zu wechseln. Und wie waren die ersten Reaktionen? Durchsichtige reflexartige Verbalattacken anstelle von Argumentation . Das kennen wir doch schon.

harald.knabl@bvz.at