Erstellt am 02. November 2011, 00:00

Annahme steht, der Beweis fehlt. BERNHARD FENZ über das Stiefkind ÖFB-Cup und die Rolle, die der SV Mattersburg dabei spielen würde.

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Gerne wären die Profis des SV Mattersburg noch im ÖFB-Samsung-Cup vertreten – die Abwechslung vom grauen Liga-Alltag, die vergleichsweise einfache Chance auf ein europäisches Ticket, das Flair von K.o.-Duellen – all das sind nachvollziehbare Argumente. Bekanntlich flogen die Grün-Weißen in der zweiten Hauptrunde bei den Salzburg Juniors aber im Elfmeterschießen raus, noch bevor der Bewerb mit dem Achtelfinale so richtig losging. Also wird den Burgenländern die Viertelfinal-Auslosung am Sonntag herzlich egal sein. Scheinbar nicht nur ihnen.

Wenn im Achtelfinale beim Lustenauer Derby Austria gegen FC 1750 Besucher kommen und drei Tage später in der Meisterschaft 5800 (der Auslosung sei für diesen praktischen Vergleich Dank), sagt das einiges aus. Auch die Kulissen bei Sturm Graz gegen Admira (3350), Salzburg gegen den LASK (3300), Rapid gegen Ried (wenigstens 6500) oder Innsbruck gegen Grödig (948) spiegeln die Wertigkeit im öffentlichen Fokus wider.

Klar: Der Angebots-Mix von Pay-TV, ORF und Privatsendern präsentiert die Bundesligen von Freitag bis Sonntagabend quasi nonstop, hinzu kommen unter der Woche die europäischen Bewerbe, die (wenn man dafür zahlt) in vollen Zügen genossen werden können. Fußball quillt über – gut oder schlecht? Das steht auf einem anderen Blatt. Fakt ist: In diesem Kontext verkommt der Cup zur puren Inflationsware.

Dass sich aber scheinbar nicht einmal mehr der harte Kern der Anhänger zu einem Stadionbesuch aufraffen kann, ist trotzdem bedenklich. Innovationsversuche hin, Namensänderungen her: Der ÖFB-Cup bleibt ein Stiefkind, vor allem für die Fans. Das wäre mittlerweile wohl auch im Fall des SV Mattersburg so, auch wenn der praktische Beweis fehlt.

Wer es schon vergessen haben sollte: Die Burgenländer absolvierten das letzte Cup-Spiel im Pappelstadion am 4. April 2006 (!), ein 1:0 im Viertelfinale gegen Rapid – vor 11.300 Besuchern.

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