Erstellt am 18. November 2015, 05:18

von Markus Stefanitsch

Auf Steiner wartet eine Menge Arbeit. Markus Stefanitsch über die ÖVP neu und den Weg hin zur glaubhaften Opposition.

Die ÖVP Burgenland hat aus ihrer Sicht am vergangenen Samstag das einzig Richtige getan: Sie hat Thomas Steiner beim Landesparteitag in Raiding mit großer Zustimmung zum Parteichef gewählt. Mit 97,6 Prozent der Stimmen zeigt die ÖVP in ihrer neuen Rolle als Oppositionspartei nach außen hin Geschlossenheit.

Auf Thomas Steiner wartet dennoch eine Menge Arbeit als Parteichef. Neben der tagesaktuellen Politik, wo sich die ÖVP vor allem Kritik und Kontrolle der blau-roten Regierung vorgenommen hat, muss er auch den gesamten Parteiapparat auf den neuen Kurs bringen. Sein Vorgänger Franz Steindl setzte vor allem auf die ÖVP-Bürgermeister und auf den Seniorenbund, während er alle anderen Bünde eher links liegen ließ.

In seiner Rede zog Steindl Bilanz über seine politische Arbeit als Regierungsmitglied. Im bis auf den letzten Platz gefüllten Saal hatte man den Eindruck, dass die gekränkte Seele des Ex-ÖVP-Chefs diese 15 Minuten zur Rehabilitierung nötig hatte.

Und irgendwie hatte man das Gefühl, dass ihm dies auch durchaus viele gönnten und alles nicht ganz so schlecht war, wie nach der Wahl vielleicht vermittelt wurde. Als Klassiker gab es dann von seinem ehemaligen Bürochef und jetzigem Nachfolger Thomas Steiner die obligatorische Trompete als Abschiedsgeschenk.

Ob die neue ÖVP der rot-blauen Regierung tatsächlich auch den Marsch blasen wird, wird sich erst herausstellen. Vor allem kann man davon ausgehen, dass die ÖVP vor allem inhaltlich und substanziell kritischer werden wird.

Erst dann wird sie glaubhaft als Oppositionspartei wahrgenommen werden. Denn viele der bisherigen Kritikpunkte an Rot-Blau (Stichwort Postenschacher) hätte es wohl unter Rot-Schwarz genau so gegeben.