Erstellt am 03. Juni 2015, 06:50

von Bernhard Fenz

Aufstieg des Meisters ist ein runderes Bild. Bernhard Fenz über den Mattersburger Titel, der auch für die allgemeine Außenwirkung gut ist.

Bis zum Schluss hat sich die Erste Liga als Meisterschaft mit einem Phantom präsentiert: Der FC Liefering mag tolle Arbeit bei der Entwicklung junger Spieler für den Trägerverein Red Bull Salzburg abliefern, in der Außenwirkung war es aber einfach unlustig, gerade beim Blick auf die Tabellenspitze und dem Kampf ums Bundesliga-Ticket stets einen Klub geistig ausklammern zu müssen.

Denn dieser Verein verfügt über kein Aufstiegsrecht, weil der Interessenskonflikt mit Salzburg in einer gleichen Liga nicht mehr argumentierbar wäre.

Sehr wohl hätten die Lieferinger aber den Meisterteller entgegennehmen können, wären sie Erster geworden. Bis kurz vor Schluss war dieses Szenario wahrscheinlich, der SV Mattersburg hätte sich dann als Zweiter mit dem Aufstieg ohne Meisterteller trösten können.

Seit Freitagabend ist aber klar, warum die Burgenländer mit aller Macht Erster werden wollten: Den Titel zu holen, ist ein Ziel, für das ein Profifußballer lebt.

Darum hat die Mannschaft im Finish nicht nachgelassen, als der Aufstieg bereits fix war – und so nicht nur sich selbst, sondern auch der Fußball-Bundesliga einen Dienst erwiesen. Denn ein Meister, der gar nicht aufsteigen darf, wirkt gerade im Profifußball wie ein System-Fehler.