Erstellt am 27. Juli 2011, 07:39

Bürgermeister besser bezahlen. HARALD KNABL über die längst überfällige Forderung des Gemeindebundes.

 |  NOEN, Franz Baldauf
Dem Medienboulevard war‘s nur Häme wert: Der Hilfeschrei des Gemeindebundchefs nach besserer Entlohnung der Bürgermeister-innen und Bürgermeister dieses Landes. Dabei war die Forderung längst fällig, wollen wir in unseren Gemeinden künftighin nicht nur von Wichtigtuern und Selbstdarstellern regiert werden.

Über nichts lässt sich in oben erwähnten Medien trefflicher ätzen und stänkern, als über Politikergagen. Im Zusammenhang mit zum Großteil angedichteten Privilegien wird dabei ein Bild von der Politik erzeugt, welches die Damen und Herren Protagonisten zunächst einmal als faul, dumm und gierig darstellt. Dass sich viele der besten Köpfe des Landes daher hüten, auch nur in die Nähe eines politischen Amtes zu kommen, ist selbsterklärend.
Außerdem ist bei den Bürgermeisterämtern die wirklich schlechte Bezahlung wohl der Hauptgrund dafür, dass man sich diesen fordernden Managementjob nicht mehr antut.

Bürgermeister einer kleinen Gemeinde zu sein, ist kein Nebenjob mehr. Die Verantwortung der Ortsbosse, die jederzeit spürbare Öffentlichkeit, mit der sie sich abzufinden haben, und der zeitliche Horizont, der langfristige Planungen über diesen hinaus fast unmöglich macht, lassen das Amt für viele unattraktiv erscheinen.
Eine traurige und gefährliche Entwicklung. Die Forderung nach einer leistungsadäquaten Bezahlung ist zu unterstützen. Wollen wir das föderalistische Prinzip einer menschennahen und übersichtlichen politischen Verwaltung bewahren, dann darf der Beruf eines Bürgermeisters nicht von Neidgefühlen und Vorurteilen der Politik gegenüber madig gemacht werden.