Erstellt am 16. September 2015, 06:47

von Markus Stefanitsch

Burgenland im Blickpunkt. Markus Stefanitsch über den fehlenden Plan A bei der Flüchtlingskrise.

Das Burgenland, und da vor allem Nickelsdorf und Heiligenkreuz, steht wieder einmal im Mittelpunkt eines Flüchtlingsdramas. Wie zuletzt 1956, 1968 oder in den 90er-Jahren (siehe BVZ-Printausgabe dieser Woche, Seite 6) ist unser Land vor allem wegen der geografischen Lage derzeit wieder massiv gefordert, Hilfe zu leisten.

Und ähnlich wie in den Jahrzehnten zuvor gilt das Burgenland in erster Linie als Transitland und fast alle Flüchtlinge wollen über Wien nach Deutschland. Dass es trotz des großen Ansturms von Schutzsuchenden in den vergangenen Wochen nicht zur Eskalation gekommen ist, liegt zu einem Großteil an der heimischen Polizei mit Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil an der Spitze, an den zahlreichen Hilfsorganisationen wie Rotes Kreuz, Samariterbund, Caritas, Diözese sowie der Feuerwehr.

Aber unbestritten und unersetzbar war und ist in diesen Tagen der unermüdliche Einsatz der vielen freiwilligen Helfern aus der gesamten Region. Da fragt man sich oft, wie eigentlich Plan A ausgesehen hat. Denn dass derartige viele zivile Helfer fast rund um die Uhr im Einsatz sind, kann nur Plan B gewesen sein.

Nicht auszurechnen, was gewesen wäre, hätte es diese Solidarität nicht gegeben. Was man von den Helfern immer wieder hört, ist der Ärger über die Politik. Politiker aller Couleur kommen zum Lokalaugenschein, lassen sich fotografieren und ziehen dann wieder ab – hört man aus allen Diskussionen.

Für die heimischen Landespolitiker ist es besonders schwierig. Zum einen haben sie in dem Fall absolut keine Handlungsbefugnis. Machen Sie aber gar nichts, wirft man ihnen Tatenlosigkeit vor.