Erstellt am 25. Mai 2016, 00:44

von Markus Stefanitsch

Burgenland kein Land der Rechten. Markus Stefanitsch über die Wahl von Alexander Van der Bellen und das hohe blaue Burgenland-Ergebnis.

Was der Wahlsieg von Alexander Van der Bellen innerpolitisch zu bedeuten hat, darüber scheiden sich die Geister. Viele Experten sind der Meinung, dass diese knappe Niederlage von Norbert Hofer der FPÖ langfristig helfen wird. Denn die Chancen auf den Bundeskanzler wären mit einem blauen Präsidenten für den FPÖ-Chef HC Strache geringer. So nach dem Motto: Ein blauer Präsident und ein blauer Kanzler seien dann doch zu viel des „Rechten“. Alles reine Kaffeesud-Leserei.

Stimmungen und Meinungen kippen in der heutigen, medienüberfluteten Gesellschaft immer mehr. Vor zwei Wochen hätte noch kaum jemand auf den Grünen Van der Bellen gewettet. Knapp vor dem Wahltag hat die Stimmung aber doch noch gedreht.

Nichtsdestotrotz gibt es in Österreich zwei Lager. Aber keinesfalls unterteilt in nur rechte FPÖler und nur linke Grüne. Genauso wenig sind die 61,4 Prozent der gültigen Stimmen von rechtsextremen Burgenländern abgegeben worden. Dass das Burgenland das höchste Votum für die FPÖ hatte, hat sicher mehrere Gründe: Zum einen ist Norbert Hofer Burgenländer, zum anderen gibt es seit rund einem Jahr eine rot-blaue Regierung.

Und diese rot-blaue Regierung hat bisher ohne Skandale oder große verbale Ausrutscher agiert. Außerdem ist das Burgenland insgesamt in einem großen Ausmaß sehr ländlich strukturiert. Dies entspricht dem Trend in ganz Österreich: Van der Bellen punktete in den großen Städten, Hofer am Land.

Dennoch, diese Wahl ist vorbei und man kann davon ausgehen, dass bei der Nationalratswahl mit dem Neo-Kanzler Christian Kern und einem möglichen ÖVP-Kandidaten Sebastian Kurz die Karten völlig neu gemischt werden – auch im Burgenland.