Erstellt am 05. Oktober 2011, 08:07

Chancen sind überschaubar. HARALD KNABL über den bevorstehenden Untersuchungsausschuss.

 |  NOEN, Franz Baldauf
Na, das wird ein Spektakel. Ein Mega/Ultra/Super-Untersuchungsausschuss. Einer, der in wenigen Monaten das alles erklären (aufklären?) soll, was die Herren und Damen Bundespolitiker da in den letzten Jahren so angerichtet haben. Von der BUWOG-Affäre bis zur Faymann’schen Inseratenvergabe. Niemand weiß, was da herauskommen soll. Außer eben ein endloses Spektakel.

Kanzler und Vizekanzler gaben sich geläutert. Gearbeitet werde ab jetzt, aufgeklärt, und alles werde besser. Doch die ÖVP hatte die Rechnung ohne Kopf gemacht. Der ÖVP-Klubobmann machte der koalitionären Eintracht rasch ein Ende. Ohne Regierungsinserate kein Untersuchungsausschuss zur BUWOG- Affäre. Motto: Patzt du mich an, patz‘ ich dich auch an. Die Antwort kam prompt: Dann schauen wir mal nach, ob in der schwarz-blauen Zeit nicht auch ein wenig über Anzeigen Medienpolitik gemacht wurde. Patzt du mich an, patz‘ ich dich eben auch an.
Dass noch niemand über unerlaubte Geldflüsse zum ORF redet, spricht in Wahrheit Bände.

Wollen wir also hoffen, dass es einen Vorsitz gibt, der mehr an der Wahrheit als am Politspektakel interessiert ist. Chancen, wenn nicht Peter Pilz den Vorsitz führt: 70 Prozent. Wollen wir also hoffen, dass die Opposition unaufgeregt und demokratiepolitisch sauber Nutzen aus den einzelnen Untersuchungsfeldern ziehen will. Chancen, wenn Peter Pilz und H.C. Strache mit am Werke sind: 30 Prozent. Und wollen wir also hoffen, dass ÖVP und SPÖ an restloser Aufklärung aller Vorgänge interessiert sind. Chancen: 20 Prozent. So was nennt man beim Fußball Außenseiterchancen.