Erstellt am 29. Oktober 2013, 14:31

Danke an die Schiris, entgegen dem Trend. Bernhard Fenz über das Aggressionspotenzial gegenüber Unparteiischen. Ohne sie stünde der Betrieb aber vor dem Aus. KOMMENTARStarker Tobak: Der Straf- und Meldeausschuss (STRUMA) des Fußballverbands verhängt gegen einen Spieler aus der 2. Klasse Nord eine Geldstrafe von 1.

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Starker Tobak: Der Straf- und Meldeausschuss (STRUMA) des Fußballverbands verhängt gegen einen Spieler aus der 2. Klasse Nord eine Geldstrafe von 1. 500 Euro und eine Sperre von zwölf Pflichtspielen. Zillingtal-Kicker Dominik Pöpperl fiel eine (nicht druckreife) Beschwerde an den BFV über das soziale Netzwerk Facebook auf den Kopf. Kritisiert wurden vor allem Schiedsrichter, deren Besetzer und die Beobachter.

Der Kicker aus der letzten Klasse ist damit nicht alleine. Längst hat sich der Unmut gegen Unparteiische und alle, die im weitesten Sinn mit ihnen zu tun haben, auf Online-Diskussionsforen und Meinungs-Portale ausgebreitet. Nicht wenige textliche Ergüsse schließen dabei vom Niveau her nahtlos an manch entbehrliche Wortspende auf den Sportplätzen an, obwohl vor dem PC oder Laptop die größte Emotion längst verpufft sein müsste.

Dabei wäre es angebracht, allen Unparteiischen, die noch immer den Spielbetrieb bis in die 2. Klassen sichern, einfach nur zu danken. Dass unter ihnen auch das eine oder andere Mal arrogante, selbstdarstellerische und fachlich ausbaufähige Leute mit dem Pfeiferl hantieren, ist nicht gut, aber menschlich.

Andererseits wird sogar im Amateur-Keller von den Referees bei Abseitsentscheidungen ein Adlerauge wie in der Champions League erwartet – und ein souveränes Auftreten wie jenes des ehemaligen italienischen Star-Referees Pierluigi Collina. Anspruch und Wirklichkeit führen sich so aber völlig ad absurdum.

Zu weit fortgeschritten ist der Schirimangel. Noch können die Pflichtspiele besetzt werden. Linienrichter sind aber oft nicht mehr im Aufgebot, es fehlt an Personal – trotz der Herausforderung und etwas Körberlgeld. Kein Wunder. Das Schiedsrichter-Dasein schreckt genügend potenzielle Neueinsteiger ab. Wer lässt sich schon gerne permanent beschimpfen? Dabei wäre es so wichtig, mit mehr Respekt und Anerkennung den Status der Unparteiischen zu stärken. Sonst bricht das System im Unterhaus früher oder später in sich zusammen.