Erstellt am 29. Januar 2013, 11:17

Dankeschön für den Minister. Markus Stefanitsch über die politische Zukunft von Verteidigungsminister Norbert Darabos.

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Jetzt lichten sich die ersten Nebelschwaden nach der großen Volksbefragung rund um die allgemeine Wehrpflicht. Die SPÖ wird nicht müde zu erklären, dass sie bei den Jungen gewonnen und nach wie vor die besseren Ideen für ein gutes Bundesheer hat. Die ÖVP genießt nach wie vor den ersten „Wahlsieg“ im neuen Jahr und freut sich bereits auf die kommenden Urnengänge in der Republik.

Bei allen Debatten um Reformen kommt aber eines nach wie vor klar zum Vorschein: Das österreichische Bundesheer liegt schwer angeschlagen am Boden. Und angesichts der Nationalratswahlen im Herbst (oder durchaus früher), gilt es als unwahrscheinlich, dass in den kommenden Monaten grundlegende Reformen durchgezogen werden.

Innerhalb der SPÖ, so scheint es, nimmt man es eben in Kauf, dass Verteidigungsminister Norbert Darabos wieder einmal die berühmte „Krot“ frisst und bei allen Streitereien rund ums Bundesheer als Zielscheibe für die ÖVP herhalten muss. Für Bundeskanzler Werner Faymann wohl die beste Variante, um in Wahlkampfzeiten fein raus zu sein. Ganz aus der Verantwortung wird sich der Kanzler dennoch nicht stehlen können. Längst weiß die breite Öffentlichkeit, dass Norbert Darabos das Heeresressort nur aus reiner Verpflichtung der Partei gegenüber (noch) innehat.

Es ist auch ein offenes Geheimnis, dass man im Burgenland bereits nach einem „Platzerl“ für Darabos sucht. Die Strategie dahinter: Ist Darabos nicht mehr Verteidigungsminister und viel im Burgenland unterwegs, könnte er doch noch zum Nachfolge-Kandidaten von Landeshauptmann Hans Niessl werden. Als kleines Dankeschön fürs jahrelange Hinhalten der politischen Backe.