Erstellt am 07. März 2012, 07:09

Darabos als Musterschüler. HARALD KNABL über Minister Norbert Darabos, der wie ein angeschlagener Boxer wirkt.

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Wie lange will der Kanzler noch zusehen? Norbert Darabos ist drauf und dran, das Bundesheer zu zerstören, und der Kanzler sieht nur tatenlos zu. Ein Jammer, was sich da abspielt. Eine gefährliche Tragödie eigentlich.
Konnte man Darabos am Beginn seiner Tätigkeit als Verteidigungsminister noch Unwissenheit unterstellen, erhärtet sich spätestens seit seinen Ausritten gegen die Wehrpflicht und gegen den Armeechef der Verdacht, dass er dem Bundesheer den Garaus machen will. Dabei wurde der Zivildiener vom Wiener Bürgermeister und der Kronen Zeitung in diese Mission gehetzt. Doch sowohl Michael Häupl als auch die Krone finden das Thema nicht mehr lustvoll und lassen den verbissen wirkenden Darabos allein. Und auch die anfangs mehrheitsfähige Front gegen die Wehrpflicht in der Bevölkerung ist längst zersplittert.

Umso verwunderlicher daher Darabos’ Salamitaktik. Schon bei den Verhandlungen zum Sparpaket erwies sich der Verteidigungsminister als Vorzugsschüler und zeigte sofort auf.
Und weil’s gar so lustig ist, mutiert er jetzt auch noch zum Musterschüler aller Vorzugsschüler und kündigt an, auf noch mehr verzichten zu können. Auf noch mehr Personal. Irgendwie wirkt der Minister wie ein angeschlagener Boxer, der unkontrolliert um sich schlägt.
Kontrollieren sollte ihn nicht zuletzt sein Parteichef als Kanzler. Doch der lässt ihn gewähren. Warum? Vielleicht steckt da ja doch die Hoffnung dahinter, mit der Abschaffung der Wehrpflicht populistisch verdientes politisches Kleingeld zu gewinnen. Eine gefährliche Art, Politik am Rücken der Sicherheit der Bevölkerung zu betreiben.