Erstellt am 03. November 2010, 00:00

Das alles hilft einzig der FPÖ. Ein notdürftiges Flickwerk. Mehr nicht. Eben alles, was eine Regierung schafft, die durch mehrere verlorene Wahlgänge in den Bundesländern (zuerst die SPÖ mehrfach, zuletzt die ÖVP mehrfach) länderseits schwerst unter Druck geraten ist.

 |  NOEN, Franz Baldauf
x  |  NOEN, Franz Baldauf

Und jetzt? Jetzt wundern sich Kanzler und Vizekanzler über den selbst verursachten Wirbel und zeigen sich vielerorts kompromissbereit. Dass es vor allem Mehrkinderfamilien sind, die unter dem Sanierungspaket zu leiden haben werden, hätte Josef Pröll mit seiner Familienpartei schon in Loipersdorf auffallen können, dass diese Mehrkinderfamilien meist ohnehin nicht zu den Reichen dieses Landes zählen und sehr oft zur Arbeiterschicht, dem Chef der SPÖ, einer Partei, die die Vertretung dieser Bevölkerungsgruppe zumindest theoretisch noch immer im Parteiprogramm stehen hat.

Doch das alles war in Loipersdorf leichter zwischen SPÖ und ÖVP zu vereinbaren als tief greifende Reformen, zum Beispiel in der Verwaltung.

Nutznießer der ganzen Sache: Wieder einmal die FPÖ, die ohne ein eigenes Konzept, in der Wählergunst steigt und steigt und steigt. Und SPÖ und ÖVP werden endlich zur Kenntnis nehmen müssen, dass viele, ja die Mehrheit sogar, die heute FPÖ wählen würden, ideologisch sicher nicht dem rechten Rand unserer Gesellschaft angehören. Diese Menschen wenden sich heute nur bewusster von den beiden Großparteien ab, weil diese teilweise unverschämt durchsichtig ihre eigenen Interessen vor Staatsinteressen stellen.

Und das leider nicht nur, wenn es um die unbestritten notwendige Sanierung des österreichischen Staatssäckels geht.

LEITARTIKEL

HARALD KNABL über das Budget-Programm von SPÖ &ÖVP.

harald.knabl@bvz.at