Erstellt am 14. März 2012, 06:38

Das soll keiner gewusst haben?. HARALD KNABL über die weiteren 400 Griechenland-Millionen für die Steuerzahler.

 |  NOEN, Franz Baldauf (Franz Baldauf)
Irgendwo versteht das keiner mehr. Weil die privaten Gläubiger dem Schuldenschnitt Griechenlands zugestimmt haben, kostet das uns Steuerzahlerinnen und Steuerzahler weitere 400 Millionen Euro. Die Erklärung: Die privaten Gläubiger sind zum überwiegenden Teil Banken, zwei davon österreichische Banken. Die Bundesregierung versucht zu beruhigen: Das sei alles ins Sparpaket eingerechnet. Nur: Gesagt hat uns das bis zum letzten Freitag keiner. Und so könnte man schon auf die Idee kommen zu sagen, dass wir das Sparpaket auch gebraucht haben, weil einige Banken einfach gezockt und verloren haben. Na danke.

Alleine oben angeführte 400 Millionen Euro zeigen, wie sehr wir das Sparpaket nötig haben. Indes ist es gar nicht mehr so sicher, dass die Milliarden, die uns die Herren Faymann und Spindelegger stolz vorrechneten, auch wirklich eintrudeln werden. Die Milliarde Steuergeld auf Geldvermögen, das in der Schweiz versteckt liegt, ist wohl mehr ein Wunschtraum Österreichs, gegen die neue Immobiliensteuer laufen bereits Juristen auf.
Die Verärgerung nach Bekanntwerden der Haftung des Staates für den Ausfall der 400 Millionen Euro für das geldgierige Risikospiel zweier Banken mit griechischen Staatsanleihen ist auf jeden Fall groß – und gerechtfertigt. Weil die Informationsstrategie der Bundesregierung wieder einmal völlig versagt hat, weil man uns scheibchenweise und ein wenig feige die Gründe für die Notwendigkeit des Sparpaketes präsentiert und weil mit diesem Sparpaket vor allem jene zur Kasse gebeten werden, die sich nicht wehren können. Kleine Bausparer und Angestellte zum Beispiel.