Erstellt am 04. April 2013, 10:40

Der neue Stil im Bundesheer. Harald Knabl über den neuen Verteidigungsminister und die neue Aufgabe von Norbert Darabos.

© Franz Baldauf , St. Pölten , 26.09.2012 , NÖN Chefredakteur und Geschäftsführer vom NÖ Pressehaus Prof. Harald Knabl  |  NOEN, Franz Baldauf (Franz Baldauf)
Es ist so etwas wie ein Ruck durch die Führungsetage des Bundesheeres gegangen. Hatte der mit dem Amt stets unglückliche Norbert Darabos so was wie einen Bunker aus dem Ministerbüro gemacht, sucht der neue Mann, der Steirer Gerald Klug, den Kontakt zu seinen Offizieren, den Kontakt zur Truppe. Klug macht er das, der Klug. Auch der Koalitionspartner zollt dem neuen Mann für das Bundesheer bereits Respekt.

Zwar habe er für das Berufsheer gestimmt, doch nehme er den Volksentscheid als Vorgabe, meinte Klug nach seiner Bestellung. Damit steht er ganz, ganz weit weg von Darabos teurer Idee, die Wehrpflicht abzuschaffen.

Und Norbert Darabos selbst? Dieser also soll nun die SPÖ in einen entscheidenden Wahlkampf führen? Kann er das?

Am Papier zumindest schon. Norbert Darabos hat im Burgenland seine Qualitäten als Wahlkampfmanager gezeigt, und er hat auch der Bundes-SPÖ zur Einserposition verholfen. Dass er dann das „große Los“ (O-Ton des Bundeskanzlers) zog und just ins Heeres- und Sportministerium einziehen musste, das kann man entweder als Beinstellen des Kanzlers oder aber mit Mangel an Fingerspitzengefühl desselben begründen. Noch nie ist ein Bundesminister in Österreich derart tragisch gescheitert wie Norbert Da-rabos. Und noch nie hatte eine ganze Parteiführung so viel Verantwortung für ein Scheitern einer ihrer Spitzenrepräsentanten zu tragen.

Politik ist ein hartes, oft grausames Geschäft. Norbert Darabos hat das am eigenen Leibe verspüren müssen. Freunde, auch in der eigenen Partei, hat er in letzter Zeit wenige gehabt. Und gerade die soll er jetzt in einen Wahlkampf führen. Auch nicht lustig.