Erstellt am 07. März 2012, 00:00

Die Alternative ist ein Vereinssterben. BERNHARD FENZ über den Ruf bei der Hauptversammlung nach mehr Funktionären.

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Seit Samstag gilt das Wort von Gerhard Milletich. Als frischgebackener Präsident und oberster Repräsentant des Burgenländischen Fußballverbands hat das, was er sagt, noch mehr Gewicht. Funktionäre brauche das Land, ließ er die Anwesenden bei seinen ersten Worten wissen. Sie sollen vermehrt forciert und an den Fußballsport gebunden werden.

Andererseits stellt sich die Frage nach dem Anreiz. Funktionär zu sein, ist im heutigen Gesellschaftsbild bei weitem nicht mehr so ehrenvoll, wie es einmal war. Dafür ist die Verantwortung gewachsen – gerade im Amateurfußball, wo noch immer die Forderung nach einem entsprechenden Körberlgeld weitverbreitet ist.

Was einmal ein lustiges Treiben ohne Furcht vor Konsequenzen war, kann in Zeiten von Gebietskrankenkassen-Prüfungen zum heiklen Balanceakt am Rande der Legalität werden – wenn die offizielle Aufwandsentschädigung aufhört und gutes (Schwarz-)Geld fließt. Dass dieser riskante Zirkel auf etwaigen Funktionärs-Nachwuchs nicht gerade einladend wirken mag, ist klar.

Wenn also der Ruf nach Idealisten bis runter in die letzte Klasse laut wird, muss ein Paradigmenwechsel her – gerade in den unteren Ligen, fernab von professionellen Strukturen. Hier darf es nicht vordergründig ums Geld gehen, wo vorwiegend Spaß gefragt ist. Andernfalls ist das Sterben weiterer Klubs nur noch eine Frage der Zeit.

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