Erstellt am 10. Dezember 2013, 12:51

von Bernhard Fenz

Die Integrität des Amateurkicks zählt. Bernhard Fenz über einen Fall aus Güssing, wo eine Wette gegen den eigenen Klub scheinbar aufflog – Konsequenzen inklusive.

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Wie sich jetzt herausgestellt hat, wurde Marko Lozo, dem nunmehrigen Ex-Spieler des SV Güssing, eine Wette vor der Partie gegen Leader Parndorf Amateure (das Match ging mit 0:1 verloren) zum Verhängnis. Hintergrund: Er soll gegen den eigenen Verein getippt haben.

Beachtlich ist die Konsequenz. Der Verein aus der BVZ Burgenlandliga nahm diesen Fehltritt abseits des Platzes zum Anlass, um sich von dem 25-jährigen kroatischen Legionär zu trennen. Es wäre keine Überraschung gewesen, hätte man die Aktion bloß mit einem kurz erhobenen Zeigefinger geahndet. Lozo ist schließlich sicher nicht der einzige Kicker im Fußball-Unterhaus, wenn er auf (oder besser gesagt gegen) ein Spiel der eigenen Mannschaft gesetzt hat. Einfache Logik: Gegen ein stärkeres Team kann man sich „absichern“ – nach dem Motto: Punkteprämie oder Wettgewinn.

Sportrechtliche Folgen? Die Rechtspflegeordnung des ÖFB sieht für Wetten auf Spiele des eigenen Vereins oder auf Vereine der eigenen Klasse Sanktionen vor. Schön und gut. Die nimmt man aus Mangel an Klägern und Beweisen aber gerne in Kauf. Denn in der Praxis verlaufen die meisten Vorwürfe oft im Sand. Der Sache nachgehen? Zu mühsam.

Bei Marko Lozo tolerierte man dieses Spielchen – auch wenn laut Vorwurf scheinbar nur mit einem geringen Einsatz und in Form einer mit anderen Matches kombinierten Wette gesetzt wurde – aber nicht. Dass der Offensivmann in der Hinrunde für den abstiegsgefährdeten Klub von der Leistung her zwar durchwachsen spielte, aber trotzdem neun Tore erzielt hatte, reichte nicht aus.

In jedem Fall hat der SV Güssing mit dem Schritt zu einer höheren Sensibilisierung bei Fairness-Fouls dieser Art beigetragen. Außerdem ist es allemal ein aktiver Fingerzeig zum Schutz   der Integrität eines seriösen Amateurkicks – und darum geht es vordergründig.

Denn eines muss schon klargestellt werden. Lozo ist durch diesen Vorwurf sicher kein Verbrecher. Wettmafiageschäfte, Milliarden-Deals oder kriminelle Vorgänge spielen sich woanders ab.