Erstellt am 13. April 2016, 11:10

von Markus Stefanitsch

Die soziale Krise abwenden. Markus Stefanitsch über die Zeit nach der Flüchtlingskrise und die kommenden Herausforderungen.

Gäbe es keine Flüchtlingskrise, hätten wir ja gar keine Probleme. Diesen Eindruck hat man, wenn man sich die Wortmeldungen diverser Politiker und die täglichen Schlagzeilen in den verschiedensten Medien ansieht. Auch im Burgenland hängt das Thema nach wie vor wie ein Damoklesschwert über dem Land.

Derzeit wird über einen Zaun entlang der Grenze diskutiert. Und das in einem Jahr, wo sich die Ereignisse bei der Brücke von Andau zum bereits 60. Mal jähren. Also jener Stelle, wo im Jahre 1956 insgesamt über 200.000 Menschen im Zuge des Ungarischen Volksaufstandes nach Österreich flüchteten und allein 70.000 beim Einser-Kanal die Brücke von Andau passierten.

Hier wird es auch zum ersten „Aufeinandertreffen“ zwischen Landeshauptmann Hans Niessl und dem neuen Innenminister Wolfgang Sobotka kommen. Niessl sprach sich ja zuletzt klar gegen den vom Innenministerium angedachten Grenz-Zaun aus.

Derzeit herrscht Ruhe vor dem Sturm. Es gibt kaum Prognosen, ob es im Frühjahr wieder zu ähnlichen Szenen an unseren Grenzen wie im Vorjahr kommen kann oder ob das Schließen der Balkanroute für dauerhafte Entlastung sorgt.

Sollte es bei einer Entlastung bleiben, wird man sich in unserem Land wieder über andere grundlegende Themen unterhalten müssen: Auf der einen Seite müssen die Unternehmer mit immer höheren Auflagen, Bürokratie sowie Lohnkosten kämpfen und auf der anderen Seite wird es für viele Arbeitnehmer extrem schwierig, mit dem verdienten Geld auszukommen. Diese Schere muss die Politik schließen, ansonsten darf sich niemand wundern, dass auch nach Ende der Flüchtlingskrise die rechten Parteien überall weiter an Stärke gewinnen werden.