Erstellt am 13. Mai 2015, 06:55

von Markus Stefanitsch

Diese Wahl entscheidet die Zukunft der ÖVP. Markus Stefanitsch über Spitzenkandidat Franz Steindls Aussichten für den 31. Mai 2015.

Franz Steindl hat es nicht leicht. Einerseits muss er sich mit dem Nimbus des „ewigen Zweiten“ im Burgenland herumschlagen – wie übrigens die meisten ÖVP-Chefs davor auch. Andererseits macht es gerade die ÖVP ihrem „Einser“ in der Partei so schwer wie kaum eine andere politische Organisation in Österreich. Da gab es vor allem von den ÖVP-Bünden in der ablaufenden Periode teils massive Angriffe gegen Steindl.

Manche Bündechefs machten es öffentlich, einige „hinterrucks“. Ohne dabei zu beachten, dass derartige Querelen viel mehr der Partei, als dem Vorsitzenden selbst schaden. Denn intern gelang Steindl im Vorjahr der Schachzug einer Urabstimmung. Bei dieser erstmals in Österreich durchgeführten Wahl unter allen ÖVP-Mitgliedern, wurde er im Duell mit Quereinsteiger Jürgen Rohrer mit 87 Prozent klar als Spitzenkandidat bestätigt.

Seither ist es zumindest nach außen hin ruhig geworden. Hinter den Kulissen weiß man aber, dass es immer noch einige in der ÖVP gibt, die sich einen Absturz bei den Landtagswahlen am 31. Mai wünschen. Den Verlust von zwei ÖVP-Mandaten würde Steindl trotz Urabstimmung wohl politisch nicht überleben.

Bleibt die ÖVP allerdings bei 14 Mandaten oder verliert sie nur eines (wonach es derzeit laut Umfragen aussieht), dann bleibt Steindl Parteichef und es wird wohl wieder eine SPÖ-ÖVP-Regierung geben. Da kommt es dann auf das Verhandlungsgeschick des ÖVP-Chefs an: Gelingt es ihm, starke Ressorts für die ÖVP zu erkämpfen, können die Schwarzen bei der Wahl 2020 durchaus auch Chancen auf den Landeshauptmann haben. Andernfalls droht dann in fünf Jahren der (unfreiwillige) Gang in die Opposition.