Erstellt am 05. Juni 2014, 23:59

von Bernhard Fenz

Doppeltes Happy End wäre verdient. Bernhard Fenz über den SC/ESV Parndorf und das sportlich offene Schicksal der Ersten Liga- und der Amateur-Mannschaft.

In der Regionalliga Ost könnten ab der Saison 2014/2015 im Extremfall sechs (statt wie bislang vier) Bundesliga-Amateurteams am Start sein. Austria, Rapid, Admira und Mattersburg sind bereits an Bord, die St. Pölten Juniors stehen eine Runde vor Schluss in der 1. NÖN Landesliga vor dem Aufstieg. Bleiben noch die Parndorf Amateure. Sie sind längst fix Meister der BVZ Burgenlandliga, dürfen aber nur rauf, wenn die Erste-Liga-Elf in der Relegation gegen den LASK erfolgreich bleibt und nicht in die Ostliga muss. Aktuell sieht es nach der 0:1-Niederlage im Hinspiel aber nicht gut aus.

Geht es sich doch noch aus, würde künftig mehr als ein Drittel der Ostliga aus Bundesliga-Fohlen bestehen. Erst ab der übernächsten Saison 2015/2016 dürften keine weiteren Teams zusätzlich aufsteigen – zumindest solange nicht, bis sich die Zahl der bestehenden Amateure auf „natürlichem Weg“ (= Abstieg in die Landesliga oder der Profis aus der Ersten Liga) früher oder später wieder reduziert hat. Die Anzahl soll schließlich maximal drei betragen. Irgendwann.

Naheliegend ist, dass sich die Freude in der Regionalliga über die beiden potenziellen Neulinge in Grenzen hält, denn: Amateure dürfen nicht aufsteigen, bringen in der Regel nicht viele Fans und sind aufgrund der größeren Möglichkeiten auch bei einem etwaigen Abstiegskampf oft flexibler und im Vorteil.

Also wird es einige Daumendrücker für den LASK geben. Sollten sich die Linzer durchsetzen, müsste Parndorf runter und als „echter Verein“ ein Comeback in der Regionalliga Ost feiern. Dann wäre die Liga bereichert – und die Zweiermannschaft bliebe draußen. Problem gelöst.

Das mag der strukturell-allgemeine Blickwinkel sein. Rein sportlich sieht die Sache anders aus. Der SC/ESV hat im ersten Jahr mit 39 Punkten eine ansprechende Rolle in der Ersten Liga gespielt und sich keineswegs als Fixabsteiger präsentiert. Die Amateure sind mit 14 Punkten Vorsprung auf den Zweiten Marz ohnehin eine Klasse für sich. Also hat sich der Klub aus dem Nordburgenland auch ein doppeltes Happy End verdient.