Erstellt am 10. April 2013, 07:08

Dort ansetzen, wo der Schuh drückt. Harald Knabl über das Vorwahl-Thema Wohnen und die Chance zur Sacharbeit.

© Franz Baldauf , St. Pölten , 26.09.2012 , NÖN Chefredakteur und Geschäftsführer vom NÖ Pressehaus Prof. Harald Knabl  |  NOEN, Franz Baldauf (Franz Baldauf)
Ohne Wahlzuckerl scheint es nicht zu gehen. Im Herbst wählen wir einen neuen Nationalrat und Rot und Schwarz beginnen zu überlegen, wie man dem Volk die Wiederwahl der Großen Koalition versüßen könnte. Mit der Pendlerpauschale hat‘s zu Jahresbeginn schon begonnen, jetzt überschlagen sich die Regierungsparteien mit Versprechungen zum Thema Wohnen. Nach jahrelangem Nichtstun in dieser heiklen Frage. Dabei ist das Thema viel zu wichtig, als es als Punktebringer für das Wahlergebnis zu verheizen.
Dieses jahrelange Nichtstun hat dazu geführt, dass es derzeit in Österreich jenen sozialen Wohnbau, der sich diesen Namen auch verdient, nicht, oder nur sehr eingeschränkt gibt. Wohnen, das ist in Österreich teuer geworden.

Tatsächlich könnte die Regierung durch Einigkeit in diesem Thema punkten. Noch schnell einmal punkten, bevor der Wahlkampfwirbel losgeht. Die Wohnungsproblematik ist ein viel zu ernstes Thema, sie gehört VOR dem offiziellen Beginn des Wahlkampfes saniert. Das, so tönt es aus den Parteizentralen von SPÖ und ÖVP, soll jetzt genauso werden. Noch sind die Ansätze weit auseinander, doch das Verlangen nach leistbarem Wohnen wird jeden Tag hör- und spürbarer.

Rot und Schwarz hoffen noch immer, dass sie die Zweierkoalition fortsetzen können. Eine dritte Regierungspartei, das sind dann wahrscheinlich die Grünen, würde das Regieren, so sieht man es bei SPÖ und ÖVP, ungemein schwieriger machen. Und weil man das verhindern will, ist man jetzt auf die Idee gekommen, es einmal mit Sachpolitik zu probieren, dort anzusetzen, wo der Bevölkerung der Schuh drückt. Ein bisschen spät zwar, aber immerhin.