Erstellt am 20. Januar 2016, 05:48

von Markus Stefanitsch

Doskozil und sein Erbe. Markus Stefanitsch über den neuen burgenländischen Minister und seine Nachfolger.

In der Vorwoche wurde also die Katze aus dem Sack gelassen. Was an dieser Stelle schon des Öfteren geschrieben wurde, ist seit vergangenem Freitag fix: Hans Peter Doskozil wechselt als Verteidigungs- und Sportminister nach Wien.

Zum einen war sicherlich sein souveräner Auftritt als burgenländischer Landespolizeidirektor während des gesamten Flüchtlingsansturms im vergangenen Sommer ausschlaggebend, dass ihn Bundeskanzler Werner Faymann in die Bundesregierung holt.

Zum anderen zeichnet Doskozil aber in erster Linie eine hohe Fachkompetenz und sein politisches Gespür aus. Sicher mit ein Grund, warum er im Gegensatz zu seinen Vorgängern im Verteidigungsministerium vom gesamten Militärstab wohlwollender aufgenommen werden wird. Uniform ist eben Uniform. Außerdem kann sich der Südburgenländer gerade jetzt profilieren.

Denn: In Krisenzeiten werden Forderungen nach mehr Budget und Personal beim Bundesheer wohl von keiner Regierung abgelehnt werden. Somit kann er einerseits den seit Jahren gedemütigten Kader wieder motivieren und für sich gewinnen, andererseits aber auch in der Öffentlichkeit mit einer vertrauensvollen Sicherheitspolitik in der Beliebtheitsskala weit nach oben steigen.

Wer Nachfolger von Doskozil als Polizeidirektor im Burgenland wird, ist noch offen. Derzeit stehen ein paar Namen im Raum: Neusiedls Bezirkshauptmann Martin Huber oder Ex-Sicherheitsdirektor Erhard Aminger, dessen Chancen jedoch eher gering sind.