Erstellt am 28. Januar 2015, 07:14

von Markus Stefanitsch

Durchs Reden kämen die Leut‘ zusammen. Markus Stefanitsch über die verbesserungswürdige Kommunikation in der heimischen Politik.

Ein Kommunikationsberater könnte in der Landesregierung jede Menge Geld verdienen. In den vergangenen Wochen gab es einige auffallende „Schnellschüsse“ im Land. Ganz vorne dabei: der „Südburgenland-Manager“. Hier wurde nicht nur die betroffene Person selbst, Ex-Kurbad-Chef Rudolf Luipersbeck, seitens der SPÖ zu wenig informiert, sondern auch der Regierungspartner ÖVP außen vor gelassen.

Politisch gesehen wird es weder der SPÖ schaden, noch der ÖVP nützen. Im Gegenteil, unter dem Begriff „Südburgenland-Manager“ kann man sich noch wenig vorstellen. Außerdem stellt sich die Frage, was ein „Manager“, der lediglich Aufwandsspesen verrechnet, tatsächlich auf Dauer bewegen kann.

Dass Luipersbeck nach seinem 2,2-Millionen-Pensionsfonds, den er jetzt in monatlichen Zahlungen erhalten soll, sich so einen Job hätte „leisten“ können, liegt auf der Hand. Nach dessen Rückzug dürften aber die Kandidaten für diese „ehrenamtliche“ Funktion nicht gerade Schlange stehen – auch wenn Landeshauptmann Hans Niessl die Funktion jetzt als künftige Koalitionsbedingung gestellt hat.

Was die Koalition betrifft, wäre es in der Vorwoche beim Thema „Umwandlung der landeseigenen Wirtschaftsservice Burgenland AG“ (WiBAG) in eine GmbH beinahe zum Bruch gekommen. In quasi letzter Sekunde einigten sich SPÖ und ÖVP aber auf weitere Gespräche.

Im Zuge dessen wurde auch das Missverständnis aufgeklärt, warum die SPÖ die ÖVP über den „Südburgenland-Manager“ nicht informiert hatte. „Informant“ Landesrat Helmut Bieler rief ÖVP-Landesvize Franz Steindl zwar an – aber auf dessen alter Handynummer. Ein „Pech“, bei dem selbst ein Kommunikationsberater wohl nicht helfen kann.