Erstellt am 12. September 2012, 06:56

Elsner muss man nicht mögen …. Harald Knabl über die teils skurrile Hatz gegen den Ex-BAWAG-Chef Helmut Elsner.

 |  NOEN, Franz Baldauf (Franz Baldauf)
Na, so was aber auch. Jetzt kennt ihn der Trafikant in Bad Reichenhall auch schon. Ein paar Packerl Zigaretten hat er sich dort gekauft, oder war es doch ein fast namensgleicher deutscher Moderator? Helmut Elsner macht es einem nicht leicht, Mitleid für ihn zu empfinden: Doch angesichts der (und man kann es nicht mehr anders nennen) skurrilen Hatz, die auf den schon verurteilten Ex-BAWAG-Chef da vom Boulevard veranstaltet wird, stellt man sich schon die Frage, ob da noch Verhältnismäßigkeit vorliegt.

Noch einmal: Das, wofür Elsner verurteilt wurde, und wofür er übrigens auch schon einige Zeit im Gefängnis verbrachte, ist nicht zu entschuldigen. Und dass er ex-trem hochmütig, nein präpotent, versuchte, sich der Justiz zu entziehen, schon gar nicht. Nur irgendwie habe ich den Eindruck, dass das allgemeine Interesse an Elsner gar nicht mehr so sehr dem Inhalt seiner Vergehen gilt, sondern mehrheitlich seiner Person.
Bei den fast gleichzeitig auftauchenden Vorgängen rund um Karl-Heinz Grasser oder die Hypo Alpe Adria, der jetzt nur noch die Kleinigkeit von 2,2 Milliarden Euro zum Überleben fehlt, ist bis heute nicht viel passiert. Bei Karl-Heinz Grasser hat man immer noch das Gefühl, dass gar nicht so wenige eine gewisse Sympathie für die allgemein angenommene Schlitzohrigkeit des ehemaligen Finanzministers aufbringen.

Wie gesagt, man tut sich sehr schwer, Helmut Elsner in Schutz zu nehmen. Das hat er sich eigentlich gar nicht verdient. Aber genau wie jeder andere Staatsbürger hat er sich verdient, verhältnismäßig behandelt zu werden. Und das, glaube ich, passiert schon lange nicht mehr. Ein Tänzchen in der Edenbar hin, die Trafikantenbesuche in Bad Reichenhall her.