Erstellt am 11. November 2015, 05:13

von Markus Stefanitsch

Ende einer Ära und ein Hofrat-Wechsel. Markus Stefanitsch über die erste große Prüfung von ÖVP-Chef Thomas Steiner.

Die Ära von ÖVP-Landesparteiobmann und Ex-Landeshauptmannstellvertreter Franz Steindl geht am Freitag auch offiziell zu Ende. Am Parteitag der ÖVP-Burgenland wird Thomas Steiner als neuer Parteiobmann gekürt. Gespannt darf man vor allem auf das Prozentergebnis des neuen ÖVP-Chefs sein. Immerhin hat er die schwierige Aufgabe, die Partei erstmals im Burgenland in der Oppositionsrolle zu führen.

Insgesamt ist es der ÖVP noch nicht gelungen, diese Rolle überzeugend zu spielen. Zu sehr ist das „Mitregieren“ im Land der vergangenen Jahrzehnte noch in der „DNA der Partei“ verankert. Zu sehr wird insgeheim noch über das Verlieren der Regierungssitze „geraunzt“. Gerade deshalb müsste die Partei jetzt umso mehr Geschlossenheit zeigen, indem sie Steiner ein hohes Maß an Vertrauen schenkt.

Denn eines ist fix – egal, wer an der ÖVP-Spitze stehen wird: Wenn sich die Partei mehr mit internen Streitereien und Personaldiskussionen als mit starker und schlagkräftiger Oppositionspolitik beschäftigt, wird es auch in den nächsten zehn Jahren sicher keine Regierung mit ÖVP-Beteiligung geben.

Hofrat-Wechsel. Eine Änderung gibt es in der Landesregierung. Der Leiter der Abteilung 6, Hofrat Gerhard Tschurlovits, hat aus freien Stücken seinen Posten zur Verfügung gestellt und wird sich – so heißt es aus seinem Umfeld – in die Landesamtsdirektion zurückziehen.

Der langdienende Hofrat wurde von Kollegen nicht beneidet, da die große Abteilung 6 unter rot-schwarzer Führung in die Zuständigkeiten von bis zu vier Landesregierungsmitgliedern gefallen ist. Als Chef der Abteilung war man oft „Diener zu vieler Herren“.

Mit der Nachfolge von Tschurlovits, dem man im ganzen Haus vor allem hohe juristische Kompetenz bescheinigt, ist Sonja Windisch betraut. Auf sie warten große Herausforderungen, wie unter anderem die Flüchtlingsthematik oder das Spital Oberwart.