Erstellt am 09. Mai 2012, 07:19

Entscheidung im Fall Grasser. HARALD KNABL über die weitere Einvernahme des Ex-Finanzministers im U-Ausschuss.

 |  NOEN, Franz Baldauf (Franz Baldauf)
Es könnte diese Woche ganz eng für ihn werden, für den ehemals „besten Finanzminister“ dieser Republik, der stets mit einer supersauberen Weste in die Societykameras lächelte, der aber auch auf Mitleid spielte, weil die neidigen Österreicher ihn halt für zu intelligent und für zu schön hielten. Karl-Heinz Grasser muss diese Woche noch einmal vor den U-Ausschuss. Sein ehemaliger Kabinettschef hat dort einige Stolpersteine hinterlassen.

Egal, ob bei der BUWOG-Affäre jetzt was rauskommt oder nicht, Karl-Heinz Grasser und seine immer wieder vermuteten (bislang nicht bewiesenen) Finanzg‘schichterln gehen seit Jahren auf die Nerven. Er ist Mitauslöser der größten Politikerkrise der Zweiten Republik. Irgendwie kreuzen sich beim Namen Grasser viele ungustiöse Vorgänge, und irgendwie schaffte es der ehemalige Haider-Jünger dann doch immer wieder, seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen.
Es sei nochmals betont: Für Karl-Heinz Grasser gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung.

Und es kann genauso gut sein, dass all das Gerede um die BUWOG-Wohnungen, das Schwiegermuttergeld aus Liechtenstein usw. tatsächlich nur aus Unterstellungen besteht. Nur soll das dann einmal hieb- und stichfest festgestellt werden. Die Republik täte gut daran, Grasser entweder seine supersaubere weiße Weste amtlich zu bestätigen, oder aber sie als doch schmutzig zu enttarnen.
Es wird daher eine entscheidende Woche werden. Für Karl-Heinz Grasser UND für einen Staat, der, von Korruption gebeutelt, derzeit mit allem Krampf versucht, zu anständigen, ehrlichen und verlässlichen Werten zurückzukehren.