Erstellt am 17. Februar 2016, 06:29

von Markus Stefanitsch

Erfolgreich wird nur der Mittelweg sein. Markus Stefanitsch über den Assistenzeinsatz und die nächste Flüchtlingswelle außerhalb des Burgenlands.

Die nächste Flüchtlingswelle kommt bestimmt. Nur dürfte das Burgenland im kommenden Frühjahr wohl kaum in solchen Ausmaßen wie im Vorjahr betroffen sein.

Das liegt vor allem auch daran, dass die ungarische Grenze dicht ist und viele Flüchtlinge über die sogenannte Südroute bei Kärnten und der Steiermark ankommen werden.

Daher wird sich für das Burgenland selbst die Frage nach einem großräumigen Assistenzeinsatz kaum stellen. Hier abzuwarten und bei Bedarf zu reagieren, ist sicherlich angebracht. Im Fall des Falles kann hier Landeshauptmann Hans Niessl sicherlich auf seinen ehemaligen Büroleiter und jetzigen Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil zählen. Auch ÖVP-Präsidentschaftskandidat Andreas Khol schlägt im Rahmen seines Burgenland-Besuches in eine ähnliche Kerbe und hält die ungarische Grenze für mittlerweile weitgehend unproblematisch.

Somit wird höchstwahrscheinlich die größte Herausforderung für das Land in den nächsten Monaten die Unterbringung von Asylwerbern in entsprechenden Quartieren. Denn eines ist gewiss: Nur weil vielleicht weniger Flüchtlinge über die burgenländische Grenze kommen, heißt es nicht, dass weniger nach Europa oder Österreich kommen. Von einer gesamteuropäischen Lösung ist nach wie vor keine Spur, geschweige denn eine Lösung in den besagten Krisenländern in Sicht.

Daher muss die Politik die Gratwanderung schaffen, die heimische Bevölkerung nicht zu überfordern und gleichzeitig aber Hilfe zu gewährleisten, wo Hilfe nötig ist. Weder menschenunwürdige Hetze noch übertriebene Willkommenskultur ist hier angebracht. Politiker, die diesen Mittelweg glaubwürdig vertreten, werden auf Sicht auch erfolgreich sein.