Erstellt am 14. Oktober 2015, 05:57

von Bernhard Fenz

Ernte und Saat sind gleichzeitig möglich. Bernhard Fenz über die historische Chance, den aktuellen Fußball-Boom auf den regionalen Nachwuchs zu übertragen.

Zum x-ten Mal ein ausverkauftes Haus im Happel-Stadion, ein toller Abschluss der EM-Qualifkation mit einem 3:0-Sieg am Montagabend gegen Liechtenstein, Jubel, Trubel, Heiterkeit: Unsere Nationalmannschaft hat nicht nur souverän das Ticket für die Europameisterschaft in Frankreich 2016 gelöst, sondern einen unglaublichen Fußball-Boom ausgelöst. Teamchef Marcel Koller hat die gesetzte Saat perfekt behandelt, nun ist Erntezeit.

Selbst wenn das öffentliche Interesse für das rot-weiß-rote Alltagsgeschäft wie die Fußball-Bundesliga vergleichsweise geringer sein mag: Beim A-Team geht die Aufmerksamkeitsspanne mittlerweile überproportional in die Höhe.

Man braucht aber kein Prophet zu sein, um vorherzusagen, was los sein wird, wenn der Erfolg wieder ausbleiben sollte. Dann wird sich der Fußball klarerweise wieder vermehrt auf die Langzeit-Interessierten reduzieren. Also muss der große Schwung sofort genutzt werden.

Wann, wenn nicht jetzt, haben Klubs bis in die unterste Leistungsstufe hinunter die einmalige Gelegenheit, Fußball unter den Kleinsten – etwa an den Schulen – erfolgreich zu bewerben? Gerade jetzt ist die Chance groß, fingerfertige Playstation-Messis als aktive Alaba-Nacheiferer zu gewinnen.

Die Spitze ist schön, jetzt geht es aber auch um die Breite, um die Belebung aller Sportplätze. In Zeiten des Vereinssterbens könnte so die nächste oder übernächste Generation im Kollektiv wieder vermehrt fürs Kicken aktiviert werden. Denn seit Jahrzehnten war der Boden für eine Saat nicht mehr so fruchtbar wie gerade eben.