Erstellt am 21. August 2013, 09:38

Erstes Gewitter im Wahlkampf. Harald Knabl über einen hitzebedingt leisen Wahlkampf und Stronachs Personalquerelen.

© Franz Baldauf , St. Pölten , 26.09.2012 , NÖN Chefredakteur und Geschäftsführer vom NÖ Pressehaus Prof. Harald Knabl  |  NOEN, Franz Baldauf (Franz Baldauf)
Unterschiedlicher kann man Wahlkämpfe nicht starten. Während die SPÖ seit Wochen keinen Zweifel aufkommen lässt, was Parteifarbe ist, scheint die ÖVP noch immer sommerliche Gefühle zu setzen. Beide Strategien werden die Stammklientel erreichen. Mehr nicht. Doch das ist vorerst auch der Plan. Turbulenter geht’s da schon bei den Oppositionsparteien zu. Vor allem im Team Stronach machen sich wieder Personalquerelen bemerkbar.

Die Überraschung namens Monika Lindner währte nicht lange. Die ehemalige ORF-Chefin wählte die allererste Ausfahrtsmöglichkeit, um doch nicht für Frank Stronach zu kandidieren. Ein mehr als schaler Beigeschmack bleibt aber allemal. Lindner hat der ÖVP, vor allem Erwin Pröll, viel, sehr viel zu verdanken und galt eigentlich als schwarzes Urgestein, als sichere Bank für jede schwarze Unterstützungsliste. Die Empörung war nach Bekanntwerden ihrer Kandidatur für Stronach dementsprechend groß. Berechtigt.

Ihr (zu später) Rückzieher, vor allem die Begründung für diesen, kann die Sache nicht mehr retten. Stronach wollte der ÖVP, vor allem seinem Lieblingsfeind Erwin Pröll, eins auswischen und nebenbei auch noch Raiffeisen empfindlich wehtun. Der hitzebedingt leise Wahlkampf hatte mit der Lindner-Affäre sein erstes schweres Gewitter. Und wieder war es Frank Stronach, der dafür sorgte.

Dagegen tun sich die anderen Oppositionsparteien schwer. Selbst die FPÖ kann einem mit der wirklich seltsamen Nächstenliebe-Strategie samt der Notwendigkeit, diese zu erklären, nur ein mildes Lächeln abringen. Was sonst als Ausländerausgrenzung war von H.C. Strache schon zu erwarten.